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Architekturwettbewerb "geplant+ausgeführt" Otto-Bar gewinnt Publikumspreis

Der Publikumspreis der Deutschen Handwerks Zeitung im Architekturwettbewerb "geplant+ausgeführt" geht an die Otto-Bar. Das Ausstellungsobjekt hat sich bei der Leserwahl mit 160 Stimmen unter 30 Arbeiten durchgesetzt.

Dieser Artikel ist Bestandteil des Themenpakets Internationale Handwerksmesse

Bei der Otto-Bar handelt es sich um eine Interpretation der berühmten Kärntner-Bar in Wien. Das Projekt wurde für die Ausstellung "glass now!" in München von der Künstlergruppe "super+" zusammen mit dem Architekturbüro "uns" und dem alteingesessenen Münchner Glasunternehmens Deubl realisiert. Mit der Schreinerei Cristof Moser aus Straubing war ein weiteres Handwerksunternehmen beteiligt.

Historisches Vorbild nach Adolf Loos

Die Kärntner-Bar im ersten Wiener Gemeindebezirk wurde 1908 nach Entwürfen von Adolf Loos als American Bar gebaut. Loos gilt als einer der Wegbereiter der modernen Architektur in Europa. Im ausgehenden 19. Jahrhundert hatte er sich in den USA vom Credo "form follow function" inspirieren lassen.

In seiner nur gut 27 Quadratmeter großen American Bar nahe der Wiener Kärntner-Straße gelang es ihm, mit verspiegelten Wänden ein Raumgefühl der Unendlichkeit zu erzeugen. Dies ist auch bei der Otto-Bar gelungen, die während der Internationalen Handwerksmesse in München in der Sonderschau "Exempla" zu sehen ist.

Alexander Deubl kamen als Mitglied der Künstlergruppe „super+“ bei den Arbeiten für die Otto-Bar seine handwerklichen Wurzeln zugute, stammt er doch aus einem auf Glas- und Metallkonstruktionen spezialisierten Betrieb. Die Firma Deubl wurde 1950 in München gegründet und wird heute von Helmut Deubl und Franz Deubl jr. geführt.

Alexander Deubl

Alexander Deubl schlug nach seiner handwerklichen Ausbildung an der Tiroler Fachberufsschule für Glastechnik in Kramsach einen anderen Weg ein, studierte Bildhauerei und Innenarchitektur. Dem Familienbetrieb blieb er dennoch treu, arbeitet projektbezogen mit. Jetzt hofft er mit seinen Mitstreitern, dass die Künstlergruppe „super+“ mit der
Otto-Bar eine Einladung zur „documenta“ nach Athen erhält, die allerdings schon im April beginnt.

Hauptpreis für "Haus im Moos"

Der Hauptpreis der Fachjury unter Leitung von Prof. Lydia Haack im Wettbewerb "geplant+ausgeführt" 2017 ging an das Projekt "Haus im Moos", geplant vom Münchner Architekten Thomas Pscherer, realisiert unter Beteiligung der Handwerksunternehmen Schreinerei Pettmesser aus Oberhausen, der Zementwerkstatt Ingo Weber aus München und der Dachdeckerei Haberkorn aus Neuburg.

Haus im Moos_1

Das prämierte Haus in leimfreier Massivholzbauweise besteht aus drei Wohnriegeln. Zwei wurden spitzwinklig zueinander gestellt und auf Bohrpfählen in der sumpfigen Wiese des Grundstücks verankert. Der dritte Riegel liegt verbindend darüber.

„Wie eine Klammer verbindet dieser aufgesetzte Trakt die drei Einzelvolumen und wird zum Schlussstein für die wunderbar gelungene räumliche Skulptur“, sagte Jury-Vorsitzende Lydia Haack zur Preisverleihung auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Die klare und durchdachte Planung werde durch die handwerkliche Präzision verstärkt und führe zu einem ebenso ungewöhnlichen wie in sich stimmigen Ergebnis.

Weitere Preisträger

2. Preis: „Haus für einen Pianisten“, geplant von Studio Rauch Architektur München, ausgeführt von der Zimmerei Holzner aus Brannenburg.

3. Preis: „Gartenhaus Refugium Laboratorium Klausur“, geplant von Hertl Architekten, ausgeführt von der Tischlerei Hackl, beide aus Steyr ­(Österreich).

Sonderpreis Fokus. Gesund Bauen: Schmuttertal-Gymnasium Diedorf, geplant von Hermann Kaufmann und Florian Nagler (Deutschland/Österreich), ausgeführt von Kaufmann Bausysteme aus Reuthe (Österreich) und Merk Timber aus Aichach.

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