Mit der zentralen Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomkraft gehen in diesem Jahr die Ostermarschierer auf die Straße. In rund 80 deutschen Städten sind Ostermärsche angekündigt. Für Ostermontag sind Großdemonstrationen an den zwölf deutschen Standorten von Kernkraftwerken geplant. Informationen über die Veranstaltungen sind im Internet unter ostermarsch.info zu finden.
Ostermärsche gegen Atomkraft
Berlin (dapd). Mit der zentralen Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomkraft gehen in diesem Jahr die Ostermarschierer auf die Straße. In rund 80 deutschen Städten sind Ostermärsche angekündigt. Für Ostermontag sind Großdemonstrationen an den zwölf deutschen Standorten von Kernkraftwerken geplant. Informationen über die Veranstaltungen sind im Internet unter ostermarsch.info zu finden.
Nach der Reaktorkatastrophe in Japan und angesichts des 25. Jahrestags des Atom-GAUs in Tschernobyl erwarten die Veranstalter Tausende von Teilnehmern an den Ostermärschen. Zur Teilnahme aufgerufen haben neben der Friedensbewegung auch Anti-AKW-Initiativen und die Linkspartei. Auch der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan und die Abschaffung der Atomwaffen stehen auf der Forderungsliste der Ostermarschierer.
"Seit dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima und dem Atom-Moratorium der Bundesregierung ist in der Bevölkerung eine breite Dynamik zu spüren", sagte der Umweltexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Rheinland-Pfalz, Michael Ullrich. Die größten Kundgebungen im Südwesten Deutschlands wird es am Ostermontag an den Reaktorstandorten Biblis in Hessen, Philippsburg in Baden-Württemberg und im französischen Cattenom geben.
Allein für Cattenom erwartet der saarländische BUND mindestens 2.000 Demonstranten. Es könnten auch durchaus 10.000 werden, sagte Sprecherin Petra Petri. "Viele Franzosen sehen die Atomkraft zunehmend kritischer." In Biblis gehen die Initiatoren von weit mehr als 4.000 Teilnehmern aus, "mehr als wir zu Jahresbeginn geplant hatten".
Der Ostermarsch Rhein/Ruhr zählt zu den größeren Aktionen rund um die Feiertage. Er steht unter dem Motto: "Gegen die Bundeswehr im Einsatz - Raus aus Afghanistan! Atomwaffen abschaffen - Atomkraftwerke abschalten!".
Auch in der Hauptstadt wollen Friedensaktivisten und Mitglieder der Anti-Atomkraft-Bewegung gemeinsam auf die Straße gehen. Nach Veranstalterangaben beginnt die Demonstration vor der Hauptstadt-Zentrale des Energieversorgers Vattenfall und endet am Potsdamer Platz. Zwischenkundgebungen seien vor den Dependancen der Versorger EnBW, RWE und E.ON sowie vor den Botschaften der Atommächte Russland, Großbritannien, Frankreich und USA geplant.
"Mit dem gemeinsamen Zug kehrt der Ostermarsch wieder zu seinen Wurzeln zurück", sagte Uwe Hiksch vom Bundesvorstand der Naturfreunde Deutschlands. Schließlich habe die westdeutsche Anti-Atom-Bewegung in den 1950er Jahren als Protestbewegung gegen die atomare Bewaffnung unter dem damaligen Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) begonnen.
dapd
