Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Ostdeutscher Bau klagt über schlechtes Geschäftsklima

Das Geschäftsklima im ostdeutschen Baugewerbe hat sich im Dezember deutlich verschlechtert. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftaussichten wurden von den knapp 300 befragten Bauunternehmen erheblich zurückhaltender beurteilt als noch vor einem Jahr.

Ostdeutscher Bau klagt über schlechtes Geschäftsklima

Für etwa ein Drittel der Unternehmen liefen die Baugeschäfte im Dezember „schlecht“ oder „eher schlecht“. Derartige Urteile gab im Vorjahreszeitraum nur etwa ein Fünftel der Unternehmen ab. Hinsichtlich der Geschäftsaussichten bis zum Frühsommer sind sogar drei von fünf Unternehmen skeptisch. Im Vorjahr betraf dies nur etwa die Hälfte. Die Eintrübung des Geschäftsklimas zieht sich durch alle Bausparten.

Auch unter Beachtung der saisonüblichen Schwankungen hat sich das Bauklima im Dezember nach der zwischenzeitlichen Aufhellung der Geschäfte im Herbst wieder eingetrübt. Diese Entwicklung erklärt sich vor allem aus einer ungünstigeren Bewertung der Geschäftslage.

Aber auch der Indikator für die Aussichten ist gesunken. Diese Tendenz zeigt sich mit graduellen Unterschieden in allen Bausparten: Bei den vorwiegend im Hochbau tätigen Unternehmen verschlechterte sich die (saisonbereinigte) Geschäftslage im Dezember gegenüber der vorangegangenen Befragung im Oktober um fünf Saldenpunkte, die Erwartungen gaben um einen Punkt nach. Der Niveaugewinn im Herbst war ausschließlich einem florierenden gewerblichen und öffentlichen Hochbau geschuldet. Der hohe Auftragsbestand konnte hier im Herbst größtenteils abgebaut werden und hinterließ bei wenig neuen Aufträgen eine Lücke zum Jahresende. Für die nächsten Monate erwarten die Unternehmen aber nur eine geringfügige Eintrübung der Baugeschäfte. Die eindeutig zugeordnet werden kann.

Schwacher Wohnungsbau

Auftragseingänge im Oktober deuten insbesondere im gewerblichen Bereich auf neue Projekte hin. Die Wohnungsbaunachfrage dürfte dagegen tendenziell schwach bleiben. Dies scheint auch der Grund für die deutliche Stimmungseintrübung im Ausbaugewerbe zu sein. Die Lage gab hier um neun und die Aussicht um drei Saldenpunkte nach. Im Tiefbaubereich hat sich das Geschäftsklima bereits das zweite Mal in Folge verschlechtert. Die Lage und die Aussichten gingen zuletzt um je vier Saldenpunkte zurück.

Bei den Erwartungen halten sich die positiven und negativen Meldungen nur noch die Waage. In allen Sparten erreichen die Urteile der Unternehmen inzwischen einen Stand wie etwa zu Beginn des Jahres 2006, als die Baukonjunktur deutlich an Fahrt gewann und die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer bzw. der Wegfall der Eigenheimzulage bereits zu tragen begannen. Die Sondereffekte sind ausgelaufen. Hinzu kommt die für die nächsten Monate allgemein erwartete konjunkturelle Abschwächung, die zur verhaltenen Bewertung der zukünftigen Entwicklung am Bau beigetragen haben dürfte.

dhz/pc