Ländervergleich 2012 Ostdeutsche Schüler sind überdurchschnittlich gut

Insgesamt zufriedenstellend: Bereits ein Jahr vor ihrem Abschluss erfüllen viele Schüler die Anforderungen der Bildungsstandards. Das geht aus dem zweiten Ländervergleich hervor, mit dem das Leistungsniveau der deutschen Schüler ermittelt wird. Vor allem in Ostdeutschland schnitten Schüler gut ab. Doch es gibt auch Probleme.

Die ostdeutschen Schüler schneiden beim Leistungsvergleich der Länder 2012 überdurchschnittlich gut ab. - © Foto: Robert Kneschke/Fotolia

Die Ostdeut schen Schüler haben die Nase vorn. Das ergab der zweite Ländervergleich, der im Auftrag der Kultusministerkonferenz durchgeführt wurde. Von Mai bis Juni 2012 absolvierten dafür deut schlandweit 44.500 Schüler aus der neunten Jahrgangsstufe Tests in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik.

Im Ländervergleich erzielten Neuntklässler aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen danach in allen drei getesteten naturwissen schaftlichen Fächern überdurch schnittliche Ergebnisse. Schüler in Bayern und Rheinland-Pfalz waren in zwei naturwissen schaftlichen Fächern signifikant besser als das Mittel.

Anforderungen schon vor Schulab schluss erfüllt

Auch in Mathematik schlugen sich die Jugendlichen gut. 44 Prozent erreichten schon ein Jahr vor dem angestrebten Mittleren Schulab schluss die von der Kultusministerkonferenz festgelegten Regelstandards. In der Haupt schule erfüllten sogar drei Viertel der Schüler bereits ein Jahr vorher die Standards.

Vor allem Neuntklässler in Bayern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen erreichten in Mathematik außerdem Ergebnisse, die signifikant oberhalb des Durch schnitts liegen.

Insgesamt ist die Kultusministerkonferenz mit den Ergebnissen zufrieden. Ein großer Anteil der Schüler erreichte die anspruchsvollen Bildungsstandards, "obwohl die Tests in der Regel ein Jahr vor Ab schluss des Bildungsganges durchgeführt wurden", sagt Präsident der Kultusministerkonferenz, Minister Stephan Dorgerloh.

Leistung von sozialer Herkunft abhängig

Doch es gibt auch Probleme. Denn die Untersuchung bringt wieder einmal ans Licht, dass die Leistungen der Schüler nach wie vor stark von der sozialen Herkunft und dem Migrationshintergrund abhängen. Jugendliche mit Zuwanderungshintergrund schnitten in allen Ländern deutlich schlechter ab als deut sche Schüler.

Neben dem Leistungsniveau der Schüler untersuchten die Wissen schaftler im Rahmen der Studie, welche Rolle schuli sche und außer schuli sche Lerngelegenheiten für die Entwicklung von Schülern spielen und wie Lernprozesse verbessert werden könnten. "Die ent scheidende Erkenntnis besteht aus Sicht der Kultusministerkonferenz darin, dass es vor allem auf eine hohe fachliche und fachdidakti sche Qualität des Unterrichts ankommt", erläutert Dorgerloh. Alle Länder wollen daher die Aus-und Fortbildung von Lehrern weiter verbessern.

Bildungsstandards als Maßstab

Im Jahr 2003 hatte die Kultusministerkonferenz der Länder erste Bildungsstandards für ver schiedene Altersklassen festgelegt, um die Bildungsqualität in Deut schland zu verbessern. In den Jahren 2004 und 2012 folgten weitere. Diese Standards dienen als Maßstab für den Wissenstand der Schüler bei ihrem Ab schluss.

Im Auftrag der Kultusministerien der Länder führt das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen seither regelmäßig Tests durch, mit denen der Leistungsstand der Schüler in den 16 Bundesländern verglichen werden kann.

Nächster Ländervergleich 2015

Das Erreichen der Bildungsstandards in Mathematik und den drei naturwissen schaftlichen Fächern wurde 2012 erstmals getestet. Der Ländervergleich 2009 kontrollierte die Fächer Deut sch, Engli sch und Französi sch für die Sekundarstufe I. Zwei Jahre später folgte die erste zentrale Überprüfung für die Grund schule.

Die nächsten Ländervergleiche wird es 2015 in den sprachlichen Fächern sowie 2016 und 2018 in den mathemati schen naturwissen schaftlichen Fächern geben. Dann können erstmals auch Entwicklungen im zeitlichen Verlauf beobachtet werden. sch