Die ostdeutschen Bundesländer werden voraussichtlich auch 2008 und 2009 nicht den Wachstumsrückstand auf ihre westdeutschen Nachbarn aufholen können.
Ost-Bundesländer laufen beim Wachstum weiter hinterher
Das geht aus dem Konjunkturbericht für Ostdeutschland vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hervor. Darin heißt es, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde in diesem Jahr im Osten um 1,7 Prozent und damit erneut langsamer als in den alten Bundesländern steigen. Wirtschaftsforscher erwarten im Konsens für Deutschland in diesem Jahr einen BIP-Anstieg von mehr als zwei Prozent. Für 2009 erwartet das IWH einen BIP-Anstieg von 0,8 Prozent.
Aufwärts gehe es vor allem in den Unternehmen, die nicht auf Ostdeutschland ausgerichtet seien, hieß es weiter. Sie könnten von den Impulsen auf den stärker wachsenden externen Märkten in Westdeutschland und im Ausland profitieren, hieß es. Unternehmen, die sich auf Ostdeutschland beschränkten, würden hingegen abgehängt.
Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich verbessern
Auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt insgesamt werde sich die Lage nochmals verbessern, prognostiziert das IWH. Die registrierte Arbeitslosigkeit werde im laufenden Jahr die Eine-Million-Marke unterschreiten. Vor allem Unternehmensdienstleister und Industrieunternehmen würden zusätzliches Personal einstellen. 2008 werde die Zahl der Arbeitslosen damit im Jahresdurchschnitt bei 902.000 liegen, 2009 bei 883.000 Personen. Die Zahl der ostdeutschen Erwerbstätigen steige 2008 auf 5,78 Millionen und 2009 nochmals auf dann 5,79 Millionen.
Als Wettbewerbsvorteil gegenüber den westlichen Bundesländern nannten die Experten die niedrigeren Arbeitskosten im Osten. Hier habe sich der Unterschied zum Westen im vergangenen Jahr noch einmal vergrößert, obwohl die Arbeitskosten auch im Osten gestiegen seien. Zugleich sei der Nachteil gegenüber industriellen Anbietern aus Mittelosteuropa etwas geringer geworden.
Sorgen bereiten den IWH-Experten jedoch die Konsumausgaben der privaten Haushalte. Die schwache Kaufkraft und die rückläufige Zahl an Konsumenten bestimmten dabei die Grundtendenz, hieß es. Für 2008 gehen die Experten daher von einem Minus von 0,1 Prozent und für 2009 von einem Minus von 0,2 Prozent bei den privaten Konsumausgaben aus.
ddp