Optiker-Weiterbildung zum Optometrist „Optometrist“ ist Teil des Berufsbildes

Wird bei optometrische Dienstleistungen nun Heilkunde ausgeübt, oder nicht? Diese Frage spaltet derzeit den Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) und den Berufsverbandes der Augenärzte (BVA). Letztere hatten Fortbildungsverordnung zum „Optometrist (HWK)“ scharf kritisiert.

„Optometrist“ ist Teil des Berufsbildes

Der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) weist die Kritik des Berufsverbandes der Augenärzte (BVA) gegen die vom sächsischen Wirtschaftsministerium genehmigte Fortbildungsverordnung zum „Optometrist (HWK)“ der Handwerkskammer Dresden zurück. Die Vorwürfe der Ärzte, Augenoptiker wollten in die Heilkunde eindringen, seien nicht begründet. „Augenoptiker wollen sich im Rahmen des Handwerks weiterbilden, um sich den wachsenden Anforderungen an ihren Beruf besser stellen zu können“, erklärt Thomas Truckenbrod, Präsident des ZVA.

Die sächsische Verordnung entspreche der bundesweit geltenden Meisterprüfungsverordnung für Augenoptiker aus dem Jahr 2005. Danach erwarte der Gesetzgeber von den Augenoptikern, Auffälligkeiten am gesamten Auge aufzudecken.

Aufgrund des technologischen Fortschritts verlieren nach Auffassung des Verbandes handwerkliche Leistungen innerhalb des Berufsbildes an Bedeutung. Optometrische Dienstleistungen wie Screeningtests würden zunehmend nachgefragt. „Infolgedessen haben wir eine Weiterbildungsordnung entwickelt, die den geänderten Marktanforderungen Rechnung trägt“, sagt Truckenbrod. Die Bezeichnung „Optometrist“ sei seit vielen Jahren im Augenoptikerhandwerk gebräuchlich. Truckenbrod weist darauf hin, dass die sächsische Verordnung kein Einzelfall ist. Eine vergleichbare Verordnung sei Anfang August auch von der Handwerkskammer Potsdam genehmigt worden. Weitere Verordnungsverfahren seien in Nordrhein-Westfalen und in Bayern anhängig. Das Fortbildungsangebot zum „Optometristen (HWK)“ sei deshalb bald bundesweite Realität. Den weiteren Diskussionen sieht der ZVA-Präsident gelassen entgegen: „Uns liegen Gutachten von Wissenschaftlern und Juristen vor, dass wir mit unseren optometrischen Leistungen keine Heilkunde ausüben.“

Auch Claus Dittrich, Präsident der Handwerkskammer Dresden, ist ob der Kritik des Ärzteverbandes überrascht: „Mit der Fortbildung zum ,Optometristen‘ wollen wir die Augenoptiker lediglich befähigen, ihnen erlaubte Tätigkeiten in noch besserer Qualität anzubieten und so die Kunden noch individueller zu betreuen.“dhz