Der Optimismus in mittelständischen deutschen Unternehmen schwächt sich offenbar ab, bleibt aber auf hohem Niveau.
Optimismus in mittelständischer Wirtschaft schwächt sich ab
Bei einer Frühjahrsumfrage des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) habe jedes zweite befragte Unternehmen "sehr gute oder gute" Geschäfte für die kommenden sechs Monate erwartet, sagte Frank Wallau vom Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM). Die aktuelle Geschäftslage beurteilten noch gut 56 Prozent als "sehr gut oder gut".
Dass die deutsche mittelständische Wirtschaft insgesamt immer noch robuster dastehe als erwartet, liege nicht zuletzt daran, dass mehr als drei von vier Exporten in die Länder der Euro-Zone gingen, sagte Peter Englisch von der Beratungsfirma Ernst & Young. Der starke Euro habe daher die Geschäfte nur sehr eingeschränkt belastet.
Für die Zukunft gingen jedoch 26 Prozent der Befragten von einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Lage aus, hieß es weiter. Als Gründe nannten die Unternehmen vor allem hohe Rohstoff- und Energiepreise sowie die nach wie vor mäßige Binnennachfrage. 16 Prozent der Befragten rechneten trotzdem mit besseren Geschäften als zuletzt.
Deutlich negativer als noch im Herbst vergangenen Jahres beurteilten die Befragten die politischen Rahmenbedingungen. Während vor sechs Monaten knapp neun Prozent der Unternehmen der Politik ein schlechtes bis sehr schlechtes Zeugnis ausstellten, waren es bei der Frühjahrsumfrage mit knapp 26 Prozent fast dreimal so viele. Die Aussichten für die nächsten zwölf Monate bewerteten sogar 35 Prozent der Befragten als "schlecht oder sehr schlecht".
Grund sei der vermutete Stillstand in der Politik vor den nächsten Bundestagswahlen im kommenden Jahr, erläuterte der Vorsitzende des BDI-Mittelstandsausschusses, Arndt Kirchhoff. Die Unternehmen befürchteten, dadurch von anderen Ländern, vor allem Schwellenländern wie China, Indien und Russland, überholt zu werden.
Trotz des zunehmenden Pessimismusses wollten fast 40 Prozent der Befragten in den kommenden Monaten mehr investieren als bislang, hieß es weiter. Erfreulich sei vor allem, dass fast 42 Prozent der Unternehmen das Geld in die Erweiterung ihrer Kapazitäten stecken wollten, so viele wie seit Jahren nicht mehr, sagte Wallau. Außerdem wolle ein Drittel der Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsausgaben erhöhen. Dies sei zur langfristigen Sicherung des Standorts Deutschland wichtig, betonte der Chefvolkswirt der Deutschen Mittelstandsbank IKB, Kurt Demmer.
ddp