Die zweite Generation des Opel Movano besticht durch modernes, dem Zeitgeist entsprechendes Außendesign, das laut Opel auch bei Nutzfahrzeugen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Und: In vier Jahren soll der Movano rund 4.500 Euro weniger Kosten verursachen als der Vorgänger. Von Jochen Burkhardt
Opel Movano: Variantenreicher und wirtschaftlicher
Mit der "Bügelfalte" in der Motorhaube, dem trapezförmigen Grill und dem großen Blitzsymbol demonstriert der Movano, dass seine Heimat in Rüsselsheim liegt.
Sonst gibt es so gut wie keine Unterschiede zum baugleichen Renault Master. Beide Transporter wurden gemeinsam entwickelt, werden gemeinsam gebaut und unterscheiden sich auch nicht wesentlich in den Preisen, die bei knapp unter 25.000 Euro beginnen.
Mit einer Modelloffensive will Opel auch im Nutzfahrzeugsektor zeigen, dass man Neues zu bieten hat. Bei der Entwicklung des Movano lagen laut Hersteller die Schwerpunkte auf hoher Modellvielfalt und Sicherheit sowie guter Fahrdynamik. Bei kurzen Fahrtests konnten sich Journalisten davon überzeugen, dass dies bestens erreicht wurde.
Front- und Hecktriebler
Der Movano wird als Front- und in Varianten als Hecktriebler zu haben sein. Es gibt ihn als Kombi, Kastenwagen, Kipper oder Pritsche in vier verschiedenen Fahrzeuglängen, drei verschiedenen Fahrzeughöhen und zur Wahl stehen drei optimierte Motoren. Entsprechend den Varianten können bis zu 17 m3 Ladung mit dem Gewicht von bis zu 2,5 t transportiert werden. Hinzu kommt die zulässige Anhängelast von bis zu 3,5 t. Das ist noch nicht alles. Opel spricht von sage und schreibe insgesamt 300 Movano-Modellvarianten mit 40 verschiedenen Körpertypen. Die kleineren Modelle kommen alle mit Frontantrieb, bei den mittleren kann zwischen Front- und Heckantrieb gewählt werden und die ganz Großen sind Hecktriebler. Sie werden optional auch mit Zwillingsreifen geliefert. Hinzu kommt optional ein 105-l-Tank (serienmäßig 80 l), der eine Reichweite von nahezu 1.400 km mit einer Tankfüllung verspricht.
Den optimierten 2,3-l-Vierzylinder-Dieselmotor mit Common-Rail-Einspritzung gibt es in drei Leistungsstufen: 100, 125 bzw. 146 PS. Sie liefern laut Opel ein höheres Drehmoment als der Vorgänger (zwischen 285 und 350 Nm), das bei niedrigeren Drehzahlen von 1.200 bis 1.500 Umdrehungen, also schon kurz nach der Leerlaufdrehzahl, anliegt. Die Motoren sind serienmäßig mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe kombiniert. Automatik ist optional lieferbar. Alle erfüllen sie die Abgasnorm Euro 4. Einen Rußpartikelfilter gibt es nur gegen Aufpreis. Dann erreichen die Triebwerke die Euro-5-Norm.
Großen Wert legte Opel auf eine verbesserte Wirtschaftlichkeit des Transporters. Zum Beispiel würden die Betriebskosten um zehn Prozent, die Kosten für Wartung und Verschleiß um 24 Prozent unter dem Niveau des Vorgängers liegen. Die Gesamtersparnis rechnet der Hersteller auf 4.546 Euro in vier Jahren hoch. Auch die Unterhaltskosten seien deutlich niedriger. Ölwechsel muss erst nach 40.000 km bzw. nach einem Jahr sein, der Wechsel der Kühlflüssigkeit erst nach 160.000 km. Opel hat den Movano auf eine Gesamtlaufleistung von 400.000 km spezifiziert. Alles in allem ist der neue Movano ein gut gelungenes Opel-Produkt. Offensichtlich haben sich die großen Mühen der Ingenieure gelohnt, vor Produktionsstart mit 140 Prototypen erst einmal 3,2 Millionen Testkilometer zu absolvieren.