Der Opel-Aufsichtsrat und Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild haben einen möglichen Einstieg des italienischen Autokonzerns Fiat bei Opel abgelehnt.
Opel gegen Einstieg von Fiat
Damit hätte Opel "zwei kranke Mütter", sagte Schild im ZDF-"Morgenmagazin". Zwar könnten beide Unternehmen Synergieeffekte erlangen, jedoch nur, wenn Arbeitsplätze abgebaut würden. Und das wäre dann wohl eher in Deutschland der Fall.
Weiter gab Schild zu bedenken, dass General Motors und Fiat bereits einmal Partner waren und die Opel-Mutter 2005 für 1,5 Milliarden Dollar wieder aus der Allianz ausstieg. Warum sollte das jetzt besser sein, frage er sich.
Am Donnerstag hatte "Spiegel Online" berichtet, dass Fiat an einem Einstieg interessiert ist. Zudem befinde sich der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna in aussichtsreichen Verhandlungen mit dem Konzern, hieß es weiter. Schild sagte dazu am Freitag lediglich, dass Magna ein vielversprechender Interessent sei. Es gebe allerdings weitere.
Auf die Frage, wie lange Opel noch ohne solventen Investor durchhalte, ging Schild nicht ein. Er betonte, dass es eines stimmigen Zukunftskonzeptes für Opel bedürfe und einer Bestandsgarantie für den Autohersteller als Technologiekonzern.
Auch der EU-Industriekommissar Günther Verheugen ist bezüglich eines Einstiegs von Fiat skeptisch. "Fiat ist nicht gerade der europäische Autobauer, dem es am besten geht. Mein erstes Gefühl ist doch das einer Überraschung. Das ist eine Lösung, an die keiner gedacht hat", sagte Verheugen dem Radiosender Bayern2. Fiat sei ein direkter Konkurrent von Opel. Er frage sich, woher dieses hoch verschuldete Unternehmen die Mittel für einen Einstieg hernehmen wolle.
ddp