Rettungsplan sieht offenbar Abbau von 7.600 Stellen vor Opel droht noch stärkerer Jobabbau

Beim schwer angeschlagenen Autohersteller Opel sind offenbar weitaus mehr Stellen gefährdet als bislang angenommen. Das bisher geheim gehaltene Sanierungskonzept sehe die Streichung von 7.600 Arbeitsplätzen vor.

Opel droht noch stärkerer Jobabbau

Bislang war lediglich von maximal 3.500 Stellen die Rede. Insgesamt sollen sich die Beschäftigten laut der "Rheinischen Post" mit einem Kostensenkungsbeitrag von bis zu 1,5 Milliarden Euro an der Rettung beteiligen.

Unterdessen verwiesen SPD und Union erneut auf noch zahlreiche offene Fragen im Sanierungskonzept. Die IG Metall kritisierte dagegen die weiterhin zögerliche Haltung der Politik. Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sind die bisher übermittelten Informationen keine belastbare Grundlage für Entscheidungen. SPD-Fraktionschef Peter Struck sagte, dass durch die offenbar nach und nach bekanntwerdenden Einzelheiten des Konzepts nun vieles unklarer sei als bislang. Dies bereite ihm zunehmend Sorgen. Grundsätzlich bestehe aber die Bereitschaft zu helfen.

Dies bekräftigte auch SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Es bestehe der Wille der Politik, "an dem Konzept mitzuarbeiten und auch eine Brücke zu bauen, damit Opel zukünftig weiter in Deutschland produzieren kann". Man wolle nicht, dass in der Finanzmarktkrise, "die gesamten industriellen Strukturen" wegbrechen. Zugleich verwies er darauf, dass Opel nicht von der Koalition allein, sondern nur zusammen mit dem Unternehmen und den Banken gerettet werden könne.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder (CDU), forderte, dass die Gespräche mit der Unternehmensspitze viel intensiver werden müssten. Dabei wolle die Bundesregierung selbstverständlich der Opel-Spitze bei der Suche nach einer Perspektive für das Unternehmen beistehen. Eine Reihe von Fragen müsse dabei auch beim US-Mutterkonzern General Motors (GM) geklärt werden.

Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Peter Ramsauer, sieht derzeit keine Möglichkeit für Hilfen. "Man muss der Opel-Führung sagen, so kann es nicht weitergehen. Öffentliche Hilfe kann es nur geben, wenn der Steuerzahler sich wirklich sicher sein kann, dass das Unternehmen gesichert wird", sagte er. Es dürfe niemand in der Großwirtschaft meinen, man müsse nur hinreichend groß sein und "der Staat hilft dann automatisch".

Angesichts der weiterhin zögerlichen Haltung der Bundesregierung fordert die Gewerkschaft IG Metall dringend Unterstützung für Opel. "Alle Folgen, die aus einer möglichen Insolvenz von Opel erwachsen, sind teurer als die Hilfen, die Opel jetzt braucht", sagte der Bezirksleiter Frankfurt, Armin Schild. Er gehe davon aus, dass ein Zusammenbruch von Opel 400.000 Arbeitsplätze europaweit in der Auto- und Zulieferbranche gefährden würde. Wenn ein Personalabbau unvermeidlich sei, dann müsse der deutlich unte 3.500 Stellen bleiben.

IG-Metall-Chef Berthold Huber forderte von der Politik ein klares Bekenntnis zu Opel. Andernfalls solle die Politik in die Werke fahren und den Beschäftigten sagen: "Wir lassen euren Laden kaputtgehen."

Jürgen Wutschke/ddp