Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hat eine Kürzung der täglichen Förderung um 1,5 Millionen Barrel beschlossen, um den rasanten Preisverfall an den Ölmärkten zu stoppen.
OPEC senkt Ölfördermenge um 1,5 Millionen Barrel
Die Fördersenkung tritt am 1. November in Kraft, wie der saudi-arabische Ölminister Ali Naimi nach einer Sondersitzung der OPEC-Minister mitteilt. Die neue tägliche Fördergrenze betrage nach der Kürzung 28,8 Millionen Barrel. Über einen Notfallplan für eine zweite Senkung zu einem späteren Zeitpunkt sei nicht gesprochen worden. Allerdings werde die OPEC die Auswirkungen der Förderdrosselung noch vor Dezember analysieren.
Wegen der weltweiten Rezessionsbefürchtungen ist der Ölpreis in den vergangenen Tagen und Wochen stark unter Druck geraten. Nach einem Rekordhoch von 147 Dollar im Juli ist der Preis auf unter 65 Dollar eingebrochen. Beobachter äußerten sich hingegen skeptisch, dass die beschlossene Förderkürzung den Preisrückgang aufhalte.
Nach Ansicht der Commerzbank-Volkswirte hätte die Drosselung schon deutlich stärker ausfallen müssen, "um den Preis zu stabilisieren, und zudem eine weitere Reduktion in Aussicht gestellt werden müssen". Der Ölpreis setzte am Freitag auch nach dem Kürzungsbeschluss seinen Abwärtstrend fort und fiel in New York auf 62,95 Dollar. "Die starken Kurseinbrüche an den weltweiten Aktienmärkten und der stärkere Dollar werfen alle Fundamentaldaten des Ölmarktes einfach über den Haufen", sagte Mike Wittner, Leiter des Ölresearchteams bei Societe Generale in London.
Ob sich die OPEC-Mitglieder auf eine weitere Drosselung der Fördermenge einigen können, bleibt nach Expertenansicht offen. Zu unterschiedlich seien die Interessen und Ausgangslagen der einzelnen OPEC-Länder. Einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge muss der Ölpreis bei 90 Dollar je Barrel liegen, damit Iran ein Ausgabendefizit vermeiden kann. Bahrains Haushalt erfordert ein Preisniveau von 75 Dollar, Oman von 77 Dollar und Irak sogar von 111 Dollar. Saudi-Arabien dürfte Beobachtern zufolge mit einem Ölpreis von etwa 80 Dollar zufrieden sein.
ddp