Zeitumstellung Ohne Stress in die Sommerzeit

In der Nacht zum Sonntag startet die Sommerzeit in Deutschland. Viele Menschen empfinden die Zeitumstellung als unnötige Last und brauchen einige Zeit, um sich auf den neuen Tagesrhythmus einzustellen. Doch mit der richtigen Strategie können Sie körperlichen Beschwerden vorbeugen.

Sensiblen Menschen kann die Zeitumstellung große Beschwerden bereiten. - © Foto: Gina Sanders/Fotolia

Wenn in der Nacht zum 31. März der Uhrzeiger um eine Stunde vor gestellt wird, dürfte in vielen deutschen Haushalten wieder das Jammern einsetzen über die fehlende Stunde Schlaf. Das bestätigt auch eine repräsentative Studie, die das Forsa-Institut im Auftrag der Krankenkasse DAK durchgeführt hat. So sind 70 Prozent der Befragten für die Abschaffung der Sommerzeit und jeder Vierte kämpft mit physischen oder psychischen Problemen in Folge der Zeitumstellung.

Frauen sind dabei stärker betroffen als Männer. Fast jede dritte Frau (30 Prozent) klagt laut der Umfrage nach der Zeitumstellung über gesundheitliche Probleme - bei den Männern sind es nur 18 Prozent. "Die meisten der Betroffenen fühlen sich schlapp und müde, haben Einschlafprobleme oder Schlafstörungen", heißt es in der Studie. Mehr als jeder dritte Betroffene habe nach der Zeitumstellung Konzentrationsprobleme (36 Prozent), jeder Zehnte sogar depressive Verstimmungen. 27 Prozent der Männer sagten zudem, sie kämen dann häufiger nicht pünktlich zur Arbeit.

Allerdings können die Umstellungsreaktionen mit ein paar einfachen Regeln gemildert werden. Der Schlafexperte Günter W. Amann-Jenson hat folgende Tipps zusammengestellt:

So gelingt die Umstellung

• Wichtigster Grundsatz: Keine übertriebenen Befürchtungen um den Schlaf! Der Schlaf reguliert sich selbst, wenn die elementaren Voraussetzungen stimmen.

• Schlaffreundliche Tage (Bewegung, Wasser, Atmung, Entspannung etc.) kreieren. Regelmäßiger Schlaf-wach-Rhythmus - erst ins Bett, wenn ...

• Ganzheitliche Schlafunterlage, angenehme Umgebung: Kühles Schlafraumklima, Licht- und Schalldämpfung, keine sichtbaren Stressfaktoren oder Uhren, Elektrosmog am Schlafplatz vermeiden.

• Kunstlicht mit hohem Blaulichtanteil (Laptop, PC, TV) speziell am Abend vermeiden oder Spezialbrille benutzen. Auch Energiesparlampen haben einen hohen Blaulichtanteil.

• Sport macht müde: Wer vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen körperlich aktiv war, schläft besser. Auch Sex wirkt eindeutig schlaffördernd

• Den Abend entspannt verbringen.

• "Den Tag abschalten" vor dem Zubettgehen - Entspannungstechniken wie z.B. die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder das autogene Training können bei Einschlafproblemen eine wirksame Hilfe sein.

• In den ersten Tagen nach der Zeitumstellung abends leichte Mahlzeiten und höchstens wenig Alkohol zu sich nehmen. Auf Kaffee, Tee oder andere aufputschende Getränke bis zu drei Stunden vor dem Schlafengehen verzichten.

• Wer eine empfindliche Verdauung hat, sollte die Essenszeiten schrittweise anpassen.

• Am Tag nach der Zeitumstellung lieber eine halbe Stunde früher aufstehen als üblich und die Zeit für das richtige Erwachen nutzen: Frische Luft tanken, einen kleinen Spaziergang machen, Wasser trinken. Erst danach ein leichtes Frühstück.

• Wenn Müdigkeit, Kreislaufschwäche oder Unkonzentriertheit auftreten, eine kleine Pause einlegen, sich an der frischen Luft bewegen und für genügend Flüssigkeit sorgen.

• Nicht sofort zu Schlafmitteln greifen. Lieber zuerst Kräuter wie Baldrian, Hopfen, Passionsblume oder Melisse in Form von Tees oder Dragees ausprobieren.

• Auf einen Mittagsschlaf während der Umstellungszeit verzichten. Besser bei Müdigkeit eine Erholungspause einlegen. So lässt sich die innere Uhr wieder einpendeln und der Nachtschlaf wird besser. sg