Altersvorsorge Öko-Test bestätigt Verlusterwartungen des Bundes der Versicherten

Öko-Test bestätigt die Erwartungen des Bundes der Versicherten, wonach die Leistungen von Altersvorsorgeprodukten für Selbständige durch die Absenkung des Höchstrechnungszinses stark sinken werden. Die Renditen seien bei fast allen Tarifen mies.

Eignen sich private Rentenversicherungen, Rürup-Renten, Riester-Renten und Riester-Bank- oder Fondssparpläne ohne Förderung zur Altersvorsorge für Selbständige? Dieser Frage ist "Öko-Test" in seiner aktuellen Ausgabe 3/2012 nachgegangen. Das Urteil sei eindeutig und schockierend zugleich, berichtet der Bund der Versicherten (BdV). "Der Test bestätigt eindrucksvoll die Voraussage unseres Jahresausblicks im Januar. Damals haben wir prophezeit, dass die Leistungen durch die Absenkung des Höchstrechungszinses in vielen Fällen stark absinken werden,“ so Axel Kleinlein, Vorstand des BdV. Vor allem ältere Vorsorgesparer liefen Gefahr, Verluste zu machen. Weil die niedrigen Zinserträge nicht mehr ausreichten, um die Vertragskosten zu decken, sei die garantierte Kapitalzahlung zu Rentenbeginn häufig geringer, als die Summe der eingezahlten Beiträge. Kleinlein: "Das ist ein Schlag ins Gesicht jedes Verbrauchers, der sich um seine Altersvorsorge bemüht.“

Laut "Öko-Test" sind die Renditen der angebotenen Rentenleistungen bei fast allen Tarifen mies. Werde das Ersparte nur in Form der garantierten Rente ausgezahlt, liege die Rendite bis zum 85. Lebensjahr bestenfalls bei null bis 0,33 Prozent. Bisweilen sei die Rendite zu diesem Zeitpunkt sogar negativ. "Bis zum Alter von 85 Jahren, bei fondsgebundenen Tarifen sogar bis zum 90. Lebensjahr, gibt es nicht einmal die eingezahlten Beiträge zurück. Dem Verbraucher bleibt also nur, auf ein möglichst langes Leben zu hoffen“, gibt Kleinlein zu bedenken.

Viele Selbständige lassen sich von staatlicher Förderung blenden

Gerade bei Rürup-Verträgen ließen sich viele Selbständige blenden. Sie denken, dass ein staatlich geförderter Vertrag, der ihnen möglicherweise Steuerersparnisse bringt, attraktiv sein müsse. Doch das sei ein Trugschluss. Denn auch bei diesen Verträgen stünden vielen Kunden zu Rentenbeginn weniger Garantiekapital zur Verfügung, als sie eingezahlt haben. Kleinlein: "Das kann der Verbraucher aber meist gar nicht erkennen. Da Rürup-Verträge nur als lebenslange Renten ausgezahlt werden, weisen die Anbieter das Garantiekapital oft gar nicht aus.“

Fazit des BdV: Vor Abschluss eines Versicherungsproduktes zur Privaten Altersvorsorge solle sich jeder Verbraucher unabhängig beraten lassen – bei den Verbraucherzentralen, bei Versicherungsberatern oder auch beim Bund der Versicherten. Und: Risikovorsorge geht vor Altersvorsorge. Jeder sollte sich also erst um die Absicherung existenzieller Risiken kümmern, wie die Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherung.