Steuerliche Nutzungsdauer Notebook, Tablet, Smartphone & Co.: Das gilt bei der Abschreibung

Liegt der Kaufpreis für ein Telekommunikationsgerät über 800 Euro netto, greifen die Regeln zur Abschreibung. Die Nutzungsdauer für ein Notebook, ein Tablet oder ein Smartphone beträgt drei Jahre.

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    Wer ein Notebook steuerlich abschreiben will, muss bestimmte zeitliche Einteilungen beachten.
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    Wer ein Notebook steuerlich abschreiben will, muss bestimmte zeitliche Einteilungen beachten.

Neuregelungen für Computerhardware seit 1. Januar 2021

Seit 1. Januar 2021 haben Arbeitnehmer und Unternehmer ein neues Wahlrecht. Für Computerhardware und Software kann unabhängig von der Höhe der Ausgaben eine einjährige Nutzungsdauer unterstellt werden. Mit anderen Worten: Die Ausgaben können Sie im Jahr der Zahlung in voller Höhe als Betriebsausgaben verbuchen.

Sie haben aber ein Wahlrecht. Sie können auch die übliche Nutzungsdauer ansetzen – je nach individueller steuerlicher Zielesetzung.

Ausführliche Informationen zur Neuregelung für Computerhardware und Software finden Sie im folgenden Beitrag:

Der Bundesfinanzhof bestätigte die seit Jahren geltende Rechtsprechung, wonach die Nutzungsdauer für ein Notebook drei Jahre beträgt (BFH, Urteil v. 5.7.2012, Az. VI R 99/10).

Im Erstjahr gilt eine streng zeitanteilige Ermittlung der Abschreibung. Das bedeutet: Die Abschreibung im Erstjahr gibt es nur für die Monate des Jahres, in denen der Laptop genutzt wurde.

Beispiel für die lineare Abschreibung

Sie erwerben ein Notebook für 1.200 Euro am 1. Dezember 2020. Die Abschreibung des Notebooks beträgt auf drei Jahre verteilt 400 Euro im Jahr. Im Jahr 2020 wird die Abschreibung jedoch nur in Höhe von 34 Euro (1/12 von 400 Euro) als Betriebsausgaben abgezogen.

In 2021 und 2022 sind jeweils 400 Euro abziehbar. Im Jahr 2021 beträgt die restliche Abschreibung dann 366 Euro (400 Euro abzgl. 34 Euro aus dem Erstjahr).

Beispiel für die degressive Abschreibung

Aufgrund der Corona-Krise wurde bei Anschaffungen in den Jahren 2020 und 2021 die degressive Abschreibung eingeführt. Sie haben also ein Wahlrecht, ob Sie die Ausgaben für den betrieblichen Laptop im Rahmen der linearen oder degressiven Abschreibung steuerlich geltend machen. Die degressive Abschreibung beträgt das 2,5-fache des linearen Abschreibungssatzes, maximal 25 Prozent der Anschaffungskosten bzw. des Restbuchwerts.

Beispiel: Sie erwerben ein Notebook für 1.200 Euro am 1. Dezember 2020 und entscheiden sich für die degressive Abschreibung.

Degressive Abschreibung 2020 (1.200 Euro x 25 Prozent x 1/12, da Kauf im Dezember)12 Euro
Abschreibung 2021 (25 Prozent von Restbuchwert 1.188 Euro)297 Euro
Abschreibung 2022 (25 Prozent von Restbuchwert 891 Euro)222,75 Euro
Abschreibung 2023 (Restbuchwert 668,25 Euro)668,25 Euro

Wie bereits eingangs erwähnt, können Sie alternativ auch die neue Einjahresabschreibung seit 1. Januar 2021 nutzen.

Sonderfall Smartphone

Für ein Handy sieht die amtliche Abschreibungstabelle eine Nutzungsdauer von fünf Jahren vor. Da diese Abschreibungstabelle aus dem Jahr 2001 ist und Smartphones noch nicht existierten, kann auch eine Nutzungsdauer von drei Jahren angesetzt werden. Sollte der Sachbearbeiter die kürzere Nutzungsdauer monieren, weisen Sie darauf hin, dass die Nutzungsdauer der amtlichen Abschreibungstabellen nur Richtwerte sind und Abweichungen von der vorgeschlagenen Nutzungsdauer für nicht enthaltene Wirtschaftsgüter möglich sein müssen. Argumentieren Sie, dass ein Smartphone eher einem Laptop gleicht und dass deshalb eine Nutzungsdauer von drei Jahren möglich sein müsste.

Sofortabzug von geringwertigen Wirtschaftsgütern

Bei einem Kaufpreis von netto bis zu 800 Euro kommt der Sofortabzug für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) in Betracht. Die Abschreibung eines Telekommunikationsgeräts über die Nutzungsdauer von drei Jahren ist dann nicht notwendig.

Beispiel für Unternehmer: Sie sind Unternehmer und kaufen im Jahr 2020 für Ihren Betrieb ein Smartphone für 940,10 Euro (Netto 790 Euro + 150,10 Euro Umsatzsteuer). Da der Kaufpreis netto nicht mehr als 800 Euro beträgt, dürfen Sie die 790 Euro im Jahr des Kaufs in voller Höhe vom Gewinn abziehen. Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, bekommen Sie noch die 150,10 Euro Vorsteuer vom Finanzamt erstattet.

Beispiel für Arbeitnehmer: Sie sind Arbeitnehmer und kaufen im Jahr 2020 für berufliche Zwecke ein Smartphone für 940,10 Euro (Netto 790 Euro + 150,10 Euro Umsatzsteuer). Da der Kaufpreis netto nicht mehr als 800 Euro beträgt, dürfen Sie die 940,10 Euro (also den Bruttopreis) im Jahr des Kaufs in voller Höhe als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit abziehen.

So funktioniert die Sammelpostenmethode

Alternative für Unternehmer: Brauchten Sie im Jahr 2020 keine hohen Betriebsausgaben mehr, gibt es noch eine dritte Möglichkeit, das Notebook oder Tablet gewinnmindernd abzuschreiben. Die Rede ist von der Sammelpostenmethode. Hier erlaubt das Finanzamt für Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis maximal 1.000 Euro netto eine Abschreibung auf fünf Jahre. Bei der Sammelpostenmethode gilt die zeitanteilige Abschreibung im Erstjahr nicht. Der Kaufpreis wird stets gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt.

Wermutstropfen: Entscheidet sich ein Unternehmer für die Anwendung der Sammelpostenmethode, scheidet der Sofortabzug für Gegenstände mit einem Nettokaufpreis bis 800 Euro aus. Es kann in einem Jahr immer nur entweder die eine oder die andere Abschreibungsmethode gewählt werden. dhz

Weitere Steuertipps gibt es imDHZ-Steuerarchiv .

Dieser Beitrag wurde am 23. Januar 2021 aktualisiert.