Der Obmann der Grünen im Verteidigungsausschuss, Omid Nouripour, hält die Tötung von Osama bin Laden durch US-Spezialkräfte für einen Fehler. Zwar sei er erleichtert, dass "dieser Verbrecher jetzt sein Unwesen nicht mehr treibt", sagte Omnipour am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Aber sein Kopf sage ihm, dass auch im Kampf gegen Terrorismus die Regeln des Rechtsstaates bewahrt werden müssten.
Nouripour hält Tötung Bin Ladens für einen Fehler
Berlin (dapd). Der Obmann der Grünen im Verteidigungsausschuss, Omid Nouripour, hält die Tötung von Osama bin Laden durch US-Spezialkräfte für einen Fehler. Zwar sei er erleichtert, dass "dieser Verbrecher jetzt sein Unwesen nicht mehr treibt", sagte Omnipour am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin". Aber sein Kopf sage ihm, dass auch im Kampf gegen Terrorismus die Regeln des Rechtsstaates bewahrt werden müssten.
Angesichts der Bestrebungen in der arabischen Welt nach Freiheit und Demokratie wäre es wichtig gewesen, in dieser Angelegenheit ein Zeichen von Rechtsstaatlichkeit zu setzen. Zudem wäre es besser gewesen, bin Laden lebend zu fassen, vor ein Gericht zu stellen und ihn einer "gerechten Strafe" zuzuführen. Das hätte in den USA möglicherweise dann auch die Todesstrafe sein können, fügte Nouripour hinzu.
Richtig sei jedoch die Entscheidung der US-Regierung, das Foto des Toten zurückzuhalten. Einerseits mache ein solches ohnehin "den Tathergang" nicht deutlich, andererseits sei auch im Falle bin Ladens die Würde des Toten zu wahren.
Anders als der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sieht Nouripour in bin Ladens Tod keinen Anlass für einen vorzeitigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Es komme stattdessen darauf an, die afghanischen Sicherheitskräfte in die Lage zu versetzen, selbst die Verantwortung für den Kampf gegen den Terror zu übernehmen.
dapd
