Ob Kleinwagen oder Luxusmodelle: Beim Neuwagenkauf können Kunden häufig mehrere Fahrassistenzsysteme dazubestellen. Viele Assistenten sind nützlich und tragen erheblich zur eigenen sowie zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bei. Allerdings gibt es auch Fahrassistenzsysteme, die zur Klasse "Luxus" gehören. Doch wo sollte man auf der Ausstattungsliste unbedingt ein Kreuz machen?

Ob Antiblockiersystem (ABS), Einparkhilfe oder Berganfahrhilfe – wer ausreichend über finanzielle Mittel verfügt, kann die meisten Neuwagen mit jeder Menge Sicherheitsextras ausstatten. Selbst für Kleinwagen ist das Angebot an Fahrerassistenzsystemen mittlerweile groß. Doch welche Systeme sind wirklich wichtig? Welf Stankowitz vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) findet dazu deutliche Worte:
"Der Notbremsassistent mit Fußgängererkennung. Dieses System hat von allen aktuell verfügbaren Fahrassistenzsystemen mit das größte Potenzial, die Zahl der Verkehrstoten zu senken", sagt Stankowitz.
Das radargesteuerte System greift im innerstädtischen Bereich bis 40 km/h. Mittels einer integrierten Kamera können Personen bereits aus der Distanz erkannt werden. Zusätzlich gibt ein akustisches Signal dem Fahrer rechtzeitig über näherkommende Objekte Bescheid. Im außerstädtischen Bereich sind höhere Geschwindigkeiten notwendig, damit der Assistent greift.
"Die Anforderungen deutscher Autobahnen sind hoch. Da hierzulande mit deutlich höheren Geschwindigkeiten gefahren werden darf als im Ausland muss der Notbremsassistent dementsprechend auch bei höheren Geschwindigkeiten greifen", erläutert Stankowitz weiter. Notbremsassistenten gibt es mittlerweile in jedem PKW und zählen auch ohne Fußgängererkennung laut Stankowitz zu den sinnvollsten Extras auf dem Automarkt.
Bedeutung weiterer Fahrassistenten
Weitere wichtige Fahrerassistenzsysteme seien „alle, die irgendwie die Sicht verbessern“, sagt Stankowitz. "Dazu zählen zum Beispiel Fernlichtautomatik, Kurvenlicht - aber vor allem Xenon-Scheinwerfer, die das Umfeld vor dem Auto besonders gut ausleuchten." Mit zunehmendem Alter benötigten Fahrer immer besseres Licht am Wagen, um sicher unterwegs zu sein:
"Das Sehvermögen bei Dunkelheit lässt ab dem 20. Lebensjahr kontinuierlich nach, ohne dass man das bemerkt. Zum Beispiel können mit der Zeit Grauabstufungen im Dunkeln schlechter wahrgenommen werden, das ist ganz normal."
Das vielversprechendste Fahrerassistenzsystem der näheren Zukunft ist nach Ansicht Stankowitz die Notbremsautomatik, die komplette Kreuzungen überwacht. Sie achtet nicht nur auf Personen, sondern auch auf dem Querverkehr vor dem Auto. Voraussichtlich ab Sommer wird dieses System in PKW erhältlich sein. cle/dpa