Bei der Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) ist das Ergebnis des aktuellen Banken-Stresstests nach Angaben des Unternehmens ungewiss. Der Nord/LB-Vorstandsvorsitzende Gunter Dunkel wollte am Dienstag in Hannover ein Scheitern seines Geldinstituts bei dem Test nicht ausschließen. "Alle Aussagen über den Ausgang des Stresstests sind derzeit nicht durch Fakten basiert", sagte Dunkel.
Nord/LB-Chef Dunkel auf alle Szenarien vorbereitet - Eigner wollen mit Kapitalerhöhung helfen
Hannover (dapd). Bei der Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) ist das Ergebnis des aktuellen Banken-Stresstests nach Angaben des Unternehmens ungewiss. Der Nord/LB-Vorstandsvorsitzende Gunter Dunkel wollte am Dienstag in Hannover ein Scheitern seines Geldinstituts bei dem Test nicht ausschließen. "Alle Aussagen über den Ausgang des Stresstests sind derzeit nicht durch Fakten basiert", sagte Dunkel. "Jeder gute Vorstand muss auf alle Szenarien vorbereitet sein", betonte er.
Nach Angaben von Dunkel haben die Eigner der Nord/LB bei einer Aufsichtsratssitzung am Montag versucht, durch ein Votum zur Erhöhung des Kernkapitals der Bank deren Chancen bei dem Test zu verbessern. Die Eigner hätten Einvernehmen darüber erzielt, stille Einlagen und weitere Kapitalinstrumente in Höhe von 1,2 Milliarden Euro in Kernkapital der Bank umzuwandeln, sagte er. Diese Erhöhung des Kernkapitals solle noch in das Testergebnis eingehen. "So dass man dann sagen kann, wir haben ihn zwar nicht bestanden, aber...", sagte Dunkel.
Einzelheiten der Kernkapitalerhöhung sind Dunkel zufolge aber noch ungeklärt. Es sei möglich, aber nicht sicher, dass sich dabei die Stimmverhältnisse unter den Eignern der Bank verschöben, sagte der Nord/LB-Vorstandschef. Wirksam werden solle die Erhöhung zum Jahresende. Ihr müssten Beschlüsse der Landtage an der Bank beteiligter Länder vorangehen.
Die Nord/LB muss nach eigenen Angaben ihre Unterlagen für den Stresstest bis Mittwoch um 24.00 Uhr bei der Bankenaufsicht abgeben. Die Bank verfügt derzeit über ein Kernkapital von 7,9 Milliarden Euro, was einer Kernkapitalquote von 9,1 Prozent entspricht. Eigentümer sind Niedersachsen (41,75 Prozent), Sachsen-Anhalt (8,25 Prozent) und die Sparkassenverbände dreier Länder.
Das vergangene Jahr schloss die Bank mit einem Gewinn von 236 Millionen Euro ab. Im laufenden Jahr will sie diesen Überschuss weiter erhöhen. Das Geschäftsmodell der Nord/LB habe seine Bewährungsprobe bestanden, sagte Dunkel. "Wir sind aus eigener Kraft durch die Krise gekommen", betonte er mit Blick auf das Verlustjahr 2009.
Ziel für 2011 sei es, den stetigen Aufwärtstrend des vergangenen Jahres fortzusetzen, fügte der Nord/LB-Chef hinzu. Im vergangenen Jahr kompensierten steuermindernde Effekte bilanziell den Steueraufwand der Bank, so dass auch das Ergebnis vor Steuern bei 236 Millionen Euro lag. Davon erwirtschaftete die Nord/LB allein 82 Millionen Euro im vierten Quartal.
Die Risikovorsorge für unsichere Kredite konnte die Bank 2010 gegenüber dem Vorjahr um 388 Millionen auf 657 Millionen Euro reduzieren. Darin sei ein vorsorglicher Puffer für Wertberichtigungen in Höhe von 231 Millionen Euro enthalten, hieß es. In den Sorgenstaaten der Eurozone Portugal, Irland und Griechenland ist die Bank mit 4,6 Milliarden Euro engagiert. Zählt man das Engagement in Spanien und Italien hinzu, sind es insgesamt 16,2 Milliarden Euro.
dapd
