Fahrbericht: Der Nissan Qashqai überzeugt mit geringem Verbrauch

Nomade zeigt wenig Durst
Obwohl deutsche Zungen den Namen nur schwer über die Lippen bringen, so hat der Nissan Qashqai (sprich: Kasch-Kai) doch den Nerv der Kundschaft getroffen. 8.261 Fahrzeuge wurden in diesem Jahr bis Ende Juli abgesetzt. Damit hat der Qashqai den Micra als meistverkauftes Nissan-Modell verdrängt. Die Deutsche Handwerks Zeitung durfte mit dem Erfolgsmodell auf Testfahrt gehen.
Im Trend zu SUV, jenen geländewagenähnlichen Fahrzeugen, die trotz ihres bulligen Äußeren letztlich doch nur auf der Straße bewegt werden, hat Nissan ein neues Kapitel eröffnet. Nicht Limousine, aber auch noch kein richtiger SUV – der Qashqai lässt sich keinem festen Standort zuordnen wie der Nomadenstamm aus dem persischen Zagrosgebirge, der für den schwer aussprechbaren Namen Pate stand.
Der Testwagen, ein Qashqai Acenta 1.5 dCi mit Dieselpartikelfilter, überraschte vor allem mit seinem geringen Verbrauch. Zwar zeigte der Bordcomputer mit 6,2 l/100 km nach einer flotten Fahrt über Autobahnen und Landstraßen mehr an als die vom Hersteller angegebenen 5,5 l/100 km, dennoch kann sich dieser Wert sehen lassen. Allerdings fällt die Motorisierung (siehe Datenblatt) für ein Fahrzeug von fast zwei Tonnen zulässigem Gesamtgewicht etwas schwach aus. Wer gesteigerten Wert auf eine straffe Beschleunigung beim Überholen legt, sollte sich daher lieber für den stärkeren 2.0 dCi entscheiden. Auch den Allradantrieb gibt es nur in Verbindung mit der kräftigeren Motorvariante, egal ob Benziner oder Diesel.
Doch auch mit dem schwächeren Motor ermöglicht der Qashqai bequemes Reisen, zumal die erhöhte Sitzposition nicht nur den Rücken schont, sondern vor allem für sehr gute Rundumsicht sorgt. Und wer zum Grundpreis von 23.440 Euro – ESP, Bremsassistent und Klimaanlage inbegriffen – noch 750 Euro drauflegt, kann dank des Panorama-Glasdachs seinen Mitfahrern freie Sicht zum Himmel bieten. Die Rückfahrkamera, im Paket mit DVD-Navigationssystem und Sieben-Zoll-Farbdisplay für 2.200 Euro erhältlich, würde sich der Fahrer eher im geschlossenen Kastenwagen wünschen als im Pkw.
Alles in allem ist Nissan der Brückenschlag zwischen Limousine und SUV gelungen. Als Nomade des 21. Jahrhunderts wird der Qasqai seine Spuren auf deutschen Straßen hinterlassen. ste