Die deutsche Wirtschaft wird laut IMK vor 2012 nicht zu einem selbsttragenden Aufschwung kommen. Und auch die mittelfristigen Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten haben sich erneut eingetrübt - allerdings schwächer als erwartet.

Noch kein selbsttragender Aufschwung in Sicht
Im Jahresdurchschnitt 2010 rechnen die IMK-Experten ungeachtet der eher schwachen Entwicklung in den Wintermonaten weiter mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,0 Prozent, wie bereits in ihrer Dezemberprognose. Nach einer deutlichen Belebung im weiteren Verlauf der ersten Jahreshälfte 2010 lasse die konjunkturelle Dynamik im Laufe der zweiten Jahreshälfte schon wieder nach.
Im Jahr 2011 werde die deutsche Wirtschaft deutlich langsamer um lediglich 1,2 Prozent zulegen. "Das Wachstum bleibt fragil, insbesondere, wenn in den nächsten Monaten der Stützeffekt der internationalen Konjunkturprogramme ausläuft", sagte Gustav Horn, Wissenschaftlicher Direktor des IMK.
Der Export ist laut IMK der wichtigste Faktor für die wirtschaftliche Erholung im laufenden Jahr. Im Jahr 2010 erwarten die IMK-Forscher einen Anstieg der deutschen Exporte um 8,2 Prozent, im kommenden Jahr dürften die Ausfuhren um 6,4 Prozent steigen.
ZEW-Konjunkturerwartungen sinken erneut
Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren haben sich im März erneut eingetrübt. Allerdings fiel der Rückgang geringer aus, als von Experten erwartet. Der entsprechende Index sank von 45,1 Punkten im Vormonat auf 44,5 Punkte, wie das Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim mitteilte. Experten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 43,0 Punkte gerechnet. Es war der sechste Rückgang in Folge.
Laut ZEW rechnen die Finanzmarktexperten damit, dass sich die deutsche Konjunktur auch in den kommenden sechs Monaten langsam von der Wirtschaftskrise erholen wird. Bestärkt werden dürfte dieses Urteil durch die positiven Zahlen zur Industrieproduktion und zu den Auftragseingängen im Januar. Wachstumsimpulse sehen die Experten vor allem in den exportorientierten Branchen Maschinenbau, Chemie und Stahl.
Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland fällt im März besser aus als im Vormonat. Der entsprechende Indikator steigt um 2,9 Punkte auf minus 51,9 Punkte.
Die Konjunkturerwartungen für die gesamte Eurozone sanken im März von 40,2 auf 37,9 Zähler. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage stieg von minus 62,1 auf minus 61,3 Punkte.
Der ZEW-Konjunkturindikator gilt als ein wichtiger Stimmungsindikator der deutschen Wirtschaft. Befragt werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger.
ddp