Die niedersächsische Landesregierung hat die Bereitschaft des designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gewürdigt, auch in Süddeutschland ein mögliches Endlager für Atommüll zu erkunden.
Niedersachsen lobt Kretschmanns Atommüll-Vorstoß
Hannover (dapd). Die niedersächsische Landesregierung hat die Bereitschaft des designierten baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gewürdigt, auch in Süddeutschland ein mögliches Endlager für Atommüll zu erkunden. "Wichtig wäre nun, dass Baden-Württemberg auch zwei bis drei Standorte vorschlägt, so wie es einst Niedersachsen getan hat, bevor Gorleben ausgesucht wurde", sagte Umweltminster Hans-Heinrich Sander (FDP) der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".
Der Grünen-Politiker hatte in einem Interview erklärt, dies sei selbstverständlich: "Alles, was geeignet ist für atomare Endlager, muss untersucht werden. Da ist niemand ausgenommen."
Auch Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) lobte in der Zeitung Kretschmanns Kurs und erinnerte daran, dass er ihn bereits Mitte April aufgefordert hatte, Alternativstandorte zu Gorleben zu benennen.
Von einem "immens wichtigen Signal" Kretschmanns sprach auch der Grünen-Fraktionschef im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel. Die Äußerung seines Parteifreunds aus Stuttgart sei eine Botschaft für alle Bundesländer, dass die Zeit für eine bundesweite Endlagersuche endgültig gekommen sei und "sich nun niemand mehr in die Büsche schlagen kann".
dapd
