Not ein Jahr nach der Flutkatastrophe laut Minister "noch immer groß" Niebel lobt Pakistaner und verlangt Reformen

Entwicklungsminister Dirk Niebel hat sich beeindruckt vom Durchhaltevermögen der pakistanischen Bevölkerung ein Jahr nach der Flutkatastrophe in ihrem Land gezeigt. Er sei vor einigen Wochen in die betroffene Region gereist und habe erlebt, wie die Menschen mit der schwierigen Situation umgingen, sagte der FDP-Politiker in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

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Niebel lobt Pakistaner und verlangt Reformen

Berlin (dapd). Entwicklungsminister Dirk Niebel hat sich beeindruckt vom Durchhaltevermögen der pakistanischen Bevölkerung ein Jahr nach der Flutkatastrophe in ihrem Land gezeigt. Er sei vor einigen Wochen in die betroffene Region gereist und habe erlebt, wie die Menschen mit der schwierigen Situation umgingen, sagte der FDP-Politiker in einem Interview der Nachrichtenagentur dapd.

Die Pakistaner hätten teilweise "wirklich alles verloren, aber sie wollen sich mit aller Kraft in Wiederaufbau und Entwicklung einbringen, vor allem um ihren Kindern eine Perspektive zu eröffnen", sagte Niebel. Insbesondere Frauen nähmen hier eine Vorreiterrolle ein. Die Not sei gerade im Nordwesten des Landes noch immer groß. "Deshalb unterstützen wir dieses Jahr weitere Maßnahmen der entwicklungsorientierten Not- und Übergangshilfe in Pakistan mit zusätzlichen sieben Millionen Euro", erklärte Niebel.

Zugleich forderte er von der Regierung in Islamabad weitere Anstrengungen: "Nur wenn der Staat seine Verantwortung gegenüber der Bevölkerung auch wahrnimmt, kann an deren Lage etwas verbessert werden", mahnte Niebel. Die Verbesserung der Regierungsführung sei ein Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit mit Pakistan. Deutschland wolle "bei der demokratischen Stabilisierung" helfen.

Niebel verlangte zudem "eine glaubwürdige Aufklärung" der Frage, wie sich Al-Kaida-Chef Osama bin Laden lange Zeit ungestört in Pakistan aufhalten konnte. Bin Laden war Anfang Mai von US-Spezialkräften in der Nähe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getötet worden. Allerdings müsse auch beachtet werden, dass Pakistan selbst "ein vom Terrorismus stark heimgesuchtes Land" sei, sagte Niebel. Allein im vergangenen Jahr hätten dort 2.900 Menschen ihr Leben bei Terror-Attentaten verloren.

dapd