Angesichts der neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zur Schwarzarbeit fordert FDP-Generalsekretär Dirk Niebel ein einfaches, gerechteres Steuersystem und eine Senkung der Lohnnebenkosten.
Niebel fordert besseres Steuersystem gegen Schwarzarbeit
"Wenn den Bürgern nicht länger etwas vorgemacht und das Geld aus der rechten in die linke Tasche gesteckt wird, bleibt mehr zum Ausgeben", sagte Niebel der hannoverschen "Neuen Presse". Niebel verlangte, private Haushalte als Arbeitgeber anzuerkennen.
"Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen, Pflege und Kinderbetreuung ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht ausreichend", sagte der FDP-Politiker. Dass sich die Schwarzarbeit in Zeiten der Krise verstärken könnte, sei gut möglich. "In den betroffenen Haushalten wird jeder Cent umgedreht. Und wer vollzeitbeschäftigt ist, kann in dieser Zeit nicht schwarzarbeiten", sagte Niebel.
Die Deutsche Steuergewerkschaft rechnet indessen damit, dass die öffentlichen Haushalte durch illegale Beschäftigung Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe verlieren. "Bund und Länder entgehen durch Schwarzarbeit jedes Jahr zusammen etwa 30 Milliarden Euro Steuereinnahmen", sagte der Bundesvorsitzende der Steuergewerkschaft, Dieter Ondracek der "Berliner Zeitung". Er forderte insbesondere die Länder auf, mehr Personal für die Bekämpfung von Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung einzustellen. Ein Steuerfahnder koste im Jahr rund 70.000 Euro brutto, bringe aber durchschnittlich 900.000 Euro Mehreinnahmen. "Es würde sich für die Länder also lohnen, mehr Beamte einzustellen", sagte Ondracek.
ddp