Quergedacht Nichts ist unmöglich

Wir kennen sie doch, die "geheimen Verführer" der Werbewirtschaft: Sie übertreiben was das Zeug hält, und versprechen, was niemand einhalten kann. Unmöglich? Nein: "Nichts ist unmöglich!" Glosse von Roman Leuthner

Weltraummüll in der Erdumlaufbahn. Foto: ddp

Nichts ist unmöglich

Dieser Werbeslogan eines japanischen Automobilbauers ist Wirklichkeit geworden und fordert unseren Respekt vor der Hellsichtigkeit der Werbephilosophen aus Nippon.

Immerhin leben wir in einer Zeit, in der es möglich ist, dass Satelliten im Universum punktgenau kollidieren. In einem All, in dem sich Galaxienhaufen und ferne Welten verlieren, in dem unsere Milchstraße nur ein winziges Staubkörnchen ist, ausgerechnet da schneiden sich die Bahnen eines russischen und eines amerikanischen Nachrichtensatelliten, die nach ihrer Kollision zu Weltraumschrott zerbröseln. Gut, das alles geschah gerade mal schlappe 800 Kilometer über der Erdoberfläche, etwa die Strecke München–Hamburg, aber immerhin im Orbit, unserer Eingangstür zum Universum.

Nichts ist also wirklich unmöglich ! Wir wundern uns deshalb schon gar nicht mehr darüber, wenn wir erfahren, dass ungefähr alle zwei Tage ein Schrottteil aus dem Weltraum auf die Erdoberfläche zurückkehrt und einen harmlosen Tannenwald in Sibirien oder ein Maisfeld in Iowa demoliert. Millionenfach segelt der menschliche Weltraummüll ja da oben herum.

Daher erscheinen heute selbst die aberwitzigsten Fantasien aus Hollywood nicht mehr als so "unmöglich" wie noch vor kurzem. Wundern wir uns also nicht darüber, wenn uns eines Tages die Nachricht ereilt, dass uns demnächst nicht ein Meteorit, sondern eine locker gewordene Kloschüssel aus der internationalen Raumstation ISS fürchterlich auf den Kopf fallen wird. Wir machen doch einfach alles möglich!