"Förderzentrale Deutschland" Neues Portal für Förderungen aktiv

Durch eine Online-Plattform soll das Antragswesen schrittweise digitalisiert und damit auch vereinfacht werden. Zum Start ist ein bewährtes Programm verfügbar, das auch für Handwerker einiges zu bieten hat.

Die Online-Plattform "Förderzentrale Deutschland" soll zentrale Anlaufstelle für Anträge werden. Sie bietet eine Übersicht über Förderungen und soll schrittweise das Antragswesen ersetzen. - © Screenshot DHZ / "Förderzentrale Deutschland"

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) hat mit der "Förderzentrale Deutschland" erstmals eine zentrale digitale Plattform für Fördermittel gestartet. Unternehmen können über das Portal Fördermöglichkeiten recherchieren, Anträge vollständig online stellen und den Bearbeitungsprozess in Echtzeit verfolgen. Laut BMWE soll die Plattform den Verwaltungsaufwand deutlich reduzieren, da sich mehrere Anträge miteinander verknüpfen lassen und Nutzer strukturierte Hinweise zu benötigten Unterlagen erhalten. Mehrere Personen innerhalb eines Betriebs sowie externe Mitwirkende können gemeinsam an einem Antrag arbeiten. Dies erleichtert die Abstimmung zwischen Geschäftsführung, beteiligten Fachkräften im Unternehmen sowie Energieberatern. Eine automatische Validierungs- und Vollständigkeitsprüfung im Hintergrund sorgt dafür, dass Fehlerquellen bei der Antragstellung minimiert werden. Zugangsvoraussetzung ist eine Authentifizierung per Elster-Zertifikat beziehungsweise bundID.

In der Startphase steht zunächst die Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (EEW) über die BAFA zur digitalen Beantragung bereit. Das Portal befindet sich derzeit im Pilotbetrieb und wird schrittweise um weitere Programme ausgebaut.

Die EEW-Förderung umfasst sechs Module und unterstützt Zuschüsse für Energieeffizienz-Maßnahmen im Unternehmen. Bei allen Modulen haben Antragsteller die Wahl zwischen einem direkten Zuschuss über die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) oder einem zinsverbilligten Kredit mit Tilgungszuschuss über die KfW. Allerdings ist oft ein Energieeffizienz-Experte von der Dena-Liste erforderlich, der die Energieeinsparung berechnet und bestätigt.

Gerhard Ebert, Umweltberater der Handwerkskammer Stuttgart, empfiehlt besonders drei Module, die für Handwerksunternehmer spannend sind:

  • Modul 2: Das ist zum Beispiel für Bäckereien und Metzgereien interessant, die mit einem Blockheizkraftwerk gleichzeitig Strom zum Kühlen und Wärme zum Kochen erzeugen möchten. Kleine Unternehmen können sich so die förderfähigen Kosten bis zu 60 Prozent bezuschussen lassen.
  • Modul 4: Elektrisch betriebene Anlagen wie Backöfen, Werkzeugmaschinen, Stapler und mehr werden mit bis zu 15 Prozent bezuschusst, wenn dafür ältere Geräte ersetzt und dadurch mindestens 15 Prozent Energie eingespart wird. Allerdings kann diese Förderung erst ab einer Investitionshöhe von 10.000 Euro beantragt werden. "Das Modul kommt häufiger vor", sagt Gerhard Ebert. 
  • Modul 6: Noch attraktiver ist laut Ebert Modul 6 mit 33 Prozent Zuschuss für die Umrüstung von fossil betriebenen auf elektrische Anlagen. Typische Beispiele sind der Austausch von Gas- oder Dieselstaplern gegen Elektrostapler oder die Elektrifizierung von Öfen in Bäckereien. ewö

>> Infos zur BAFA-Förderung auf dem Portal der Förderzentrale Deutschland