Müll trennen hilft Kosten sparen Neues Abfallgesetz: Umweltministerium ruft zum Dialog auf

Recycling hilft Müll zu vermeiden und Rohstoffe zu sichern. Das Bundesumweltministerium möchte innerhalb der nächsten Monate ein neues Abfallgesetz beschließen und setzt nun auf die Mitarbeit der Verbraucher. Handwerksbetriebe erwarten neue Regeln für Bau- und Abbruchabfälle.

Wertstoffe und Verpackungen besser trennen: Mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz sollen die Recyclingquoten steigen. - © phalakon jaisangat/Fotolia

Im Mittelpunkt steht die neue Wertstofftonne. In diese sollen die Verbraucher zukünftig alle Verpackungen, Metalle und Kunststoffe werfen, die wiederverwertbar sind. Unternehmen sind dabei genauso als Verbraucher anzusehen wie Haushalte, wenn sie Wertstoffe in haushaltsüblichen Mengen entsorgen.

Vorschläge und Kritik der Verbraucher

Bislang gibt es dafür unterschiedliche Regelungen in den verschiedenen deutschen Kommunen, doch nun will Bundesumweltminister Peter Altmaier mit dem neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz einheitliche Regeln für alle schaffen. Er plant das Gesetz innerhalb des nächsten Dreivierteljahrs zu verabschieden, doch noch ist nicht entschieden, was genau in die neue Tonne hinein darf und wer für die Entsorgung dann zuständig ist.

Das Ministerium setzt deshalb auf Vorschläge und Kritik der Verbraucher. In einem sogenannten Bürgerdialog, der online zwischen dem 30. Juli und dem 31. August erfolgen soll, kann sich dazu jeder beteiligen. Die Plattform dafür finden Sie unter bmu.de .

Schon mit der Verpackungsverordnung von 1991 hat die damalige Regierung die Rücknahme, Erfassung und Verwertung von Verpackungsabfällen in die Hände der Hersteller und Vertreiber von Verpackungsmaterial gelegt. Diese müssen jetzt dafür bezahlen, dass sie so viel Verpackungsmaterial in Umlauf bringen. Zusätzlich müssen Entsorgungssysteme geschaffen werden, um eine hohe Recyclingquote zu gewährleisten.

Bislang ist es bereits möglich durch Recycling einen hohen Anteil des Rohstoffbedarfs im produzierenden Gewerbe zu decken. So konnten nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) im Jahr 2010 bereits 14 Prozent der Rohstoffe durch Sekundärrohstoffe gedeckt werden. Und diese Quote gilt es nun zu erhöhen.

Bauschutt besser trennen

Einen wichtigen Anteil tragen daran auch die Bau- und Abbruchabfälle. Durch gezieltes Recycling und eine effektive Trennung der Materialen können aus den Abfällen viele wiederverwendbare Rohstoffe gewonnen werden. Im neuen Kreislaufwirtschaftsgesetz hat die Bundesregierung auch dafür neuen Regelungen vorgesehen. So soll die  Recyclingquote für Bauabfälle ab dem Jahr 2020 bereits 70 Prozent betragen. Doch wie die Bauwirtschaft meldet, sind die Betriebe schon jetzt auf einem guten Weg, die Quote zu erfüllen.

Für die weiteren neuen Recyclingregelungen sieht das Gesetz verschiedene Fristen vor. Ab dem Jahr 2015 soll demnach eine Pflicht zur getrennten Sammlung von Bioabfällen sowie von Papier-, Metall-, Kunststoff- und Glasabfällen bestehen. Die festgelegten Recyclingquoten von 65 Prozent für Hausabfälle möchte die Bundesregierung bis 2020 erreichen. jtw