Der neue BASF-Chef Kurt Bock übernimmt einen Konzern, der in Bestform ist. Nettogewinn auf Rekordhöhe, Aktienkurs auf Rekordhöhe, Dividende auf Rekordhöhe. Bocks Vorgänger Jürgen Hambrecht hat den stillen Giganten aus der Pfalz in allen Geschäftsbereichen durchtrainiert. Sein Co-Trainer dabei: Finanzvorstand Kurt Bock, der nun die Nachfolge antritt.
Neuer BASF-Chef Bock übernimmt Konzern in Bestform
Hamburg (dapd). Der neue BASF-Chef Kurt Bock übernimmt einen Konzern, der in Bestform ist. Nettogewinn auf Rekordhöhe, Aktienkurs auf Rekordhöhe, Dividende auf Rekordhöhe. Bocks Vorgänger Jürgen Hambrecht hat den stillen Giganten aus der Pfalz in allen Geschäftsbereichen durchtrainiert. Sein Co-Trainer dabei: Finanzvorstand Kurt Bock, der nun die Nachfolge antritt.
Der 52 Jahre alte Betriebswirt Bock stammt aus Rahden in Ostwestfalen, der Heimat von RTL-Moderatorin Tine Wittler und des Finanzjongleurs Lars Windhorst. Die den Westfalen nachgesagte Hartnäckigkeit scheint auch Bock eigen zu sein: 1985 kam er im Alter von 27 Jahren mit einem taufrischen Doktortitel zur BASF und machte zügig Karriere, unterbrochen von einem sechsjährigen Ausflug zum Autozulieferer Bosch.
1998 kehrte Bock zurück und wurde Finanzchef der US-Tochter von BASF. 2000 kehrte er als Bereichsleiter für Logistik und Computer nach Deutschland zurück, 2003 wurde er Finanzvorstand.
Bocks große Leistung seitdem war die Verbesserung der Finanzkennzahlen. Der Cashflow, also die tatsächlich verfügbaren freien Finanzmittel, verbesserte sich deutlich. Die Sparten mussten allesamt nicht nur profitabel sein, sondern mehrt abwerfen, als an Kapital in ihnen gebunden war. Ertragsschwache Sparten wie Magnetbandproduktion wurden geräuschlos abgestoßen.
Beim nächsten großen Konsolidierungsthema geht es nicht um zu wenig, sondern um viel Gewinn: Bock wird entscheiden müssen, ob BASF an der enorm profitablen Energietochter Wintershall festhält. Wintershall sollte ursprünglich die Versorgung der energiehungrigen BASF mit Erdgas sichern, ist aber dabei zu einem mächtigen Gas- und Ölkonzern aufgestiegen. Im Grunde hat die Öl- und Gasförderung wenig mit dem Chemiegeschäft zu tun, Bock könnte Wintershall zur Zeit hoher Ölpreise teuer losschlagen und das Geld ins Kerngeschäft stecken oder einen Konkurrenten übernehmen.
dapd
