Innovationstag Mittelstand Neuentwicklungen im Handwerk bekommen Fördergelder

Ob Handwerksprodukt, Geschäftsidee oder auch nur eine innovative Teilkomponente – mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) fördert das Bundeswirtschaftsministerium Unternehmen, die eine Neuheit auf den Markt bringen wollen. Beim diesjährigen Innovationstag Mittelstand sind 200 dieser Projekte zu sehen. Einige Entwicklungen kommen aus dem Handwerk.

Eines von 200 Forschungsprojekten, die auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundeswirtschaftsministers vorgestellt werden, ist dieser Gebläseheizkörper vom Handwerksbetrieb Allebacker Schulte. - © Allebacker Schulte GmbH

Rund 200 Projekte stellen ihre Arbeit auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums am 14. Juni in Berlin vor. Das Ministerium fördert mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) unter anderem Handwerks-Innovationen aus der Haustechnik, dem Bauwesen und dem Musikinstrumentebau. Dieses Förderprogramm hat seit 2008 rund 2,2 Milliarden Euro an rund 17.000 mittelständische Forschungs- und Entwicklungsprojekte vergeben. Die Zuschüsse erleichtern kleinen und mittleren Unternehmen auch aus dem Handwerk die Entwicklung neuer Produkte, Technologien und Dienstleistungen.

Einer der ausstellenden Handwerksbetriebe ist Allebacker Schulte. Der Betrieb des Tür- und Fensterbaus aus Großröhrsdorf hat einen energieeffizienten Gebläseheizkörper entwickelt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der TU Freiberg haben die Handwerker von Allebacker Schulte eine Wärmequelle entwickelt, die ihre Heizleistung mit niedrigen Vorlauftemperaturen unter 35 Grad Celsius erreicht. Einsatzorte sind Wohnbereich, wo nicht ständig, aber schnell Wärme benötigt wird.

"Gegenüber herkömmlichen Heizkörpern bringt unsere Innovation bei einem Heizsystem mit Wärmepumpe eine Energieeinsparung bis zu 30 Prozent", sagt Marketingmanagerin Melanie Schulte. Der neue Heizkörper könne problemlos auch in ein bestehendes System integriert werden. Dabei würde eine Senkung der Vorlauftemperatur laut Herstellerangaben eine Energieersparnis von rund zehn Prozent bringen. Durch die niedrigen Vorlauftemperaturen könne der Heizkörper im selben Kreislauf wie eine Fußbodenheizung betrieben werden.

Vom Briefkasten zum Gebläseheizkörper

Der Betrieb Allebacker Schulte war bis zur Entwicklung des Gebläseheizkörpers ausschließlich Hersteller von Briefkästen und Haussprechanlagen. "Die ZIM-Förderung hat unserem relativ kleinen Betrieb erst ermöglicht, ein derartiges Projekt in Angriff zu nehmen. Gerade für das produzierende Handwerk ist eine solche Förderung also sehr interessant", sagt Schulte. Bislang sei ein neuer Arbeitsplatz entstanden, weitere sollten folgen. In Berlin werde ein Prototyp der neuen Heizung gezeigt. Die Produktion soll noch in diesem Jahr beginnen. Ebenfalls handwerklichem Forscherdrang zeigte die Colortex Schuhtextilien und Accessoires aus Pirmasens. Sie entwickelten ein neues Einlegesohlen-Verbundsystem für Diabetiker. Den rund sieben Millionen Diabetikern allein in Deutschland soll damit ein Hilfsmittel zur Verfügung stehen, dessen textile Flächen, Schichtaufbauten und Klebstoffe zu verbesserten orthopädischen Eigenschaften bei geringerer Keimbelastung führen. dhz