Mit Basel III sollen die Banken noch mehr Eigenkapital für mögliche Ausfälle vorhalten. Handwerksbetrieben könnte das aber schaden, befürchtet die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand und fordert Nachbesserungen.

Neue Regeln gefährden Mittelstandskredite
Die vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeitete Eigenkapitalvereinbarung soll die Sicherheit des Bankensystems gewährleisten. Basel III soll ab 2012 in Kraft treten und sieht unter anderem eine höhere Eigenkapitaldecke für alle Banken vor.
Die AG Mittelstand kritisiert, dass bei der Eigenkapitalunterlegung kein Unterschied gemacht werde, zwischen klassischem Kreditgeschäft und kurzfristig orientiertem Eigenhandel der Institute. Die undifferenzierte Erhöhung der Mindestkapitalanforderungen treffe daher das gesamte Geschäft der Institute. Eine mögliche Folge könnte sein, dass Unternehmer noch schwerer an Kredite kommen.
Daher fordert die AG Mittelstand die Absenkung der Eigenmittelunterlegung für Mittelstandskredite. Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Kreditvergabe an den Mittelstand in Deutschland.
Basel III berücksichtigt nationale Eigenheiten nicht
Der Mittelstandsverbund kritisiert zudem, dass nicht wie in Basel II, nun Basel III "ohne Modifizierungsmöglichkeiten der Mitgliedstaaten im Hinblick auf nationalen Besonderheiten im Rahmen einer EU-Verordnung einheitlich festgelegt werden" sollen.
Sowohl der Bankenmarkt als auch die Struktur der Wirtschaft seien international jedoch sehr heterogen. Daher erscheint der AG Mittelstand eine 1:1 Übernahme von Basel III in Europa nicht angemessen. Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand plädiert deshalb für eine differenzierte Umsetzung von Basel III, die sowohl Geschäftsmodell und Risikoneigung der Institute als auch die Belange der kreditnehmenden Wirtschaft angemessen berücksichtigt.
Die AG Mittelstand ist ein Verbund von mehreren Verbänden, wie etwa dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dem Deutschen Raiffeisenverband (BVR) oder dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).
rh