Die Arbeitswelt ändert sich rasant. Arbeitsverdichtung, digitale Vernetzung und der demographische Wandel sind die wichtigsten Themen für den Arbeitsschutz. Das zeigt eine Befragung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

Die Arbeitswelt verändert sich rasanten und dadurch auch die Ursachen für Arbeitsunfälle und Gesundheitsgefährdungen. "Neue Arbeitsabläufe bringen vollkommen neue Risiken", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), Joachim Breuer, mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt. Als besonders kritisch für Sicherheit und Gesundheit sehen die befragten Experten der Unfallversicherer die Arbeitsverdichtung und die Verantwortungsausweitung, die praktisch alle Branchen betrifft. Auch die zunehmende Vernetzung und Erreichbarkeit werden neben einer immer älter werdenden Gesellschaft als große Herausforderungen gesehen.
Verkehrsdichte und Smartphone machen Autofahren riskanter
Als weitere wichtige Themen für den Arbeitsschutz nannte der Direktor des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Dietmar Reinert, Arbeitsplatzunsicherheit und prekäre Arbeit sowie erhöhte Mobilitätsanforderungen und Verkehrsdichte. Tägliches Pendeln zur Arbeit, weite Wege zu Einsatzstellen aber auch das Nutzen von Informations- und Kommunikationstechnik beim Fahren kann belastend oder gefährlich sein. Nach wie vor gehört auch die Lärmbelästigung zu den Prioritäten für den Arbeitsschutz von morgen. Dabei ist nicht nur der Baustellenlärm gemeint. Auch störende Gespräche oder Hintergrundmusik gehören dazu.
Unbesetzte Stellen erhöhen Druck auf Mitarbeiter
Die Umfrageergebnisse basieren auf der Einschätzung von 400 Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, die regelmäßig die Arbeitsplätze vor Ort unter die Lupe nehmen. Sie sollten aus rund 90 Veränderungen der Arbeitswelt, die für Sicherheit und Gesundheit relevantesten benennen. Darunter ist auch der zunehmende Fachkräftemangel. Denn wo Stellen unbesetzt sind, müssen die verbleibenden Mitarbeiter die Lücke durch intensiveres oder längeres Arbeiten schließen. Erstaunt zeigten sich Breuer und Reinert, dass die Fachleute auch Handlungsbedarf beim Thema Ernährungs- und Bewegungsverhalten sehen, was eigentlich nicht in das unmittelbare Aufgabengebiet der Unfallversicherung gehört, aber das Gesundheits- und Unfallrisiko erhöht.
Mobile Arbeitsplätze sollen sicherer werden
Die Ergebnisse der Umfrage werden laut DGUV nicht nur in einem so genannten Risikoobservatorium beim IFA gebündelt, sie sind auch Grundlage für konkrete Präventionsmaßnahmen und für Forschungsaufträge. "Wir untersuchen beispielsweise wie der Arbeitsschutz an mobilen Arbeitsplätzen verbessert werden kann", sagte Reinert auch mit Blick auf das Handwerk. bir