Wie steht es um die Motivation der Mitarbeiter im Betrieb? Wie verbunden fühlen sie sich mit den Werten des Unternehmens? Laut der aktuellen Studie „Engagement-Trend 2011“ kann eine Mitarbeiterbefragung wichtige Aufschlüsse zur Neuausrichtung des Unternehmens geben.
Steffen Guthardt
Bei der Mehrheit der Unternehmen, die ihr Personal regelmäßig befragen, werden dadurch wichtige Veränderungen in der Unternehmensführung angestoßen. Das ist das zentrale Ergebnis der Umfrage „Engagement-Trend 2011“, die die Managementberatung Kienbaum jüngst unter 160 deutschen Personalern durchgeführt hat. Demnach führen 58 Prozent der Befragten Veränderungen bei der Fluktuation auf die aus der Mitarbeiterbefragung abgeleiteten Maßnahmen zurück. Bei den Kriterien Arbeitszufriedenheit und Unternehmenskultur sind es jeweils 56 Prozent.
Jan-Marek Pfau, Projektleiter der Studie beim Kienbaum, resümiert: „Mitarbeiterbefragungen sind also ein wirksames Tool, um organisationale Veränderungen nachhaltiger umzusetzen, denn Veränderungen werden von den Betroffenen häufiger als positiv wahrgenommen, wenn sie sich auf den von der Mitarbeiterschaft artikulierten Wunsch nach Veränderung zurückführen lassen.“
Fehlender Einsatz der Geschäftsführung
Doch längst nicht alle Unternehmen legen Wert auf regelmäßige Mitarbeiterbefragungen. Die Personaler benennen Ressourcenknappheit (34 Prozent) und häufig den fehlenden Einsatz der Geschäftsführung (32 Prozent) als Ursachen. Indes führen 27 Prozent der Befragten alle zwei Jahre eine Mitarbeiterbefragung durch. Bei einem Drittel der Studienteilnehmer werden die Mitarbeiter sogar jährlich um ihre Meinung gebeten.
Das Betriebsklima ist mit 81 Prozent das am häufigsten zugrunde gelegte inhaltliche Konzept bei den durchgeführten Befragungen. Dahinter folgt das Commitment (67 Prozent), mit dem der Grad der Verbundenheit zum Unternehmen gemeint ist. Erst an dritter Stelle fokussieren sich die Befragungen auf das Engagement (44 Prozent) der Mitarbeiter und die eigene Wertschätzung ihrer Tätigkeit im Unternehmen.
Anonymität wichtig
Großen Wert legen die Betriebe auf die Anonymität der Umfrage, um möglichst ungeschönte Meinungen zu erhalten. 92 Prozent der Befragten geben an, insbesondere deshalb auf einen externen Partner bei der Durchführung der Befragung zu setzen. Methodenkompetenz (84 Prozent) und die Bereitstellung externer Benchmarks (62 Prozent) werden ebenfalls als Gründe für die externe Kooperation angeführt.
Hingegen argumentieren andere Personaler mit der besseren unternehmensinternen Kommunikation (50 Prozent) und geringeren Kosten (45 Prozent) für eine im eigenen Haus organisierte Befragung. „Es findet hier ein Abwägen auf zwei Ebenen statt: Erstens stellen sich Unternehmen die Frage, ob auch vor dem Hintergrund des geplanten Ressourceneinsatzes überhaupt ein externer Partner in Frage kommt? Und zweitens wird geprüft, welche Leistungen ausschließlich ein externer Partner erbringen kann, so zum Beispiel Neutralität oder das Heranziehen von Vergleichswerten“, analysiert Kienbaum-Berater Pfau.
