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Transparenz dank Sozialer Medien Neue "Freunde" für die Bäckerei Königsbäck

Seit 2017 ist Francesco Ingrassia mit seiner Bäckerei Königsbäck in den sozialen Medien aktiv. Der Stuttgarter Familienbetrieb nutzt Facebook und Instagram, um über sich und seine Bioland-Philosophie zu erzählen. Das hatte erfreuliche Auswirkungen auf die Kundenbindung.

Ab sofort gibt es im Familienbetrieb Königsbäck keine Wegwerfartikel mehr. Eine Information, die Follower und Freunde über soziale Medien ­erhalten. So mancher wird seinen Coffee to go im Plastikbecher vermissen, Familie Ingrassia kann das aber nicht mehr mit ihrem grünen Gewissen vereinbaren. “Wir erklären über Facebook und Instagram, was Plastikpartikel in den Weltmeeren mit den Wegwerfartikeln bei uns im Laden zu tun haben“, erläutert die Schwester des Geschäftsführers, Josina Kaiser.

Neue

Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit, die im täglichen Kundengespräch über der Ladentheke oft zu kurz kommt. Auf den Kaffee im Gehen muss zukünftig keiner verzichten, der einen Mehrwegbecher mitbringt oder vor Ort kauft. Am liebsten ist es Geschäftsführer Francesco Ingrassia, der den Familienbetrieb 2017 vom Vater übernahm, wenn der hochwertige Kaffee aus der Profimaschine im Sitzen und aus der Porzellantasse genossen wird. “Natürlich ist das ökologisch. Aber es ist vor allem die Entschleunigung, die uns allen gut tut“, grinst der Italo-Schwabe.

Kundenbindung durch Social Media

Richtig in Schwung kamen Reichweite und Abrufzahlen der sozialen Medien unter dem Hashtag #bäcktotheroots erst, als Josina Kaiser Mitte 2018 die Verantwortung für die sozialen Netzwerke übernahm. “Zumindest am Anfang läuft so eine Kam­pagne nicht nebenher“, erklärt sie. Nachdem eine Zuständigkeit festgelegt war und Posts fast jeden Tag unter der Woche kamen, stiegen die Follower-Zahlen schnell auf 737 bei Instagram und 850 Likes bei Facebook. “Damit sind wir als kleiner Betrieb im lokalem Einzugsgebiet sehr zufrieden“, erläutert Kaiser. Ihr Ziel ist es, Interaktion per Kommentarfunktion zu fördern. Das erhöht die Kundenbindung, kostet sie aber auch mindestens eine Moderationsstunde am Tag. “Wir wünschen uns, dass Kunden unsere Produkte hinterfragen, und stellen uns bewusst auch kritischen Fragen“, erläutert die Social-Media-Beauftragte. Ihr Bruder und Vater wählen Partner und Rohstoffe schließlich selbst mit scharfem Blick aus.

Beispielsweise als jüngst die Umstellung auf den unfrittierten Krapfen kam, gab es zwar positive, aber auch zahlreiche negative Rückmeldungen von Kunden, die ihren Liebling vermissen. “Wir haben die Gelegenheit genutzt, um für die neue Variante, die weniger fettig, aber nicht weniger geschmackvoll ist, zu werben“, erläutert die 31-Jährige, die mit ihrer Transparenz meist auf Verständnis stößt. Apropos Transparenz: In Ermangelung einer gläsernen Backstube, die sich baulich bisher nicht realisieren lässt, hat Ingrassia 2018 einen großen Flachbildschirm in den Laden gehängt. Hier wird eine Live-übertragung gezeigt. Und zwar von den Arbeiten in der Backstube, Brezelschlingen von Hand inklusive.

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