Mehr als 10.000 Ausländer haben im ersten Jahr ein Visum über die Chancenkarte erhalten, die ihnen die Jobsuche in Deutschland ermöglicht. Laut einer Analyse wissen die Behörden jedoch nicht, ob die Einreisenden Arbeit finden.

Gut 10.000 Menschen haben seit ihrer Einführung im Juni 2024 die neue Chancenkarte für die Jobsuche in Deutschland erhalten. Allerdings ist unklar, ob sie hierzulande tatsächlich Arbeit finden. Das berichtet der "Tagesspiegel" und beruft sich auf eine Analyse des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung sowie Zahlen des Auswärtigen Amtes.
Die Analyse des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung zählt vom 1. Juni 2024 bis 9. Mai 2025 10.148 erteilte Visa bei 12.177 bearbeiteten Anträgen. Das liegt unter dem früheren Regierungsziel von 30.000 pro Jahr. Die Chancenkarte richtet sich an Einwanderer ohne feste Jobzusage. Sie brauchen einen Abschluss oder qualifizieren sich über Punkte (Erfahrung, Sprache, Alter). Deutschland braucht laut Schätzungen bis zu 300.000 Fachkräfte jährlich aus Nicht-EU-Staaten.
Keine Nachverfolgung der Einreisenden
Marcus Engler vom DeZIM, Co-Autor der Analyse, nennt die bisherigen Zahlen einen "Achtungserfolg" für das noch neue System. Im "Tagesspiegel" kritisiert er aber, dass die Behörden kaum verfolgen, was nach der Einreise geschieht. Es fehle Information, ob die Menschen einen Job finden, den Status wechseln oder ausreisen. Auch wer genau kommt (Punkte/Abschluss, Geschlecht, Qualifikation) werde nicht systematisch erfasst. Das sei aber wichtig zur gezielten Steuerung, so Engler.
Herkunftsländer bekannt
Bekannt ist die Herkunft. Indien führt die Statistik der bearbeiteten Visa mit über 4.600 Fällen an, gefolgt von China (knapp 900), Pakistan, Russland und der Türkei. fre