Nach Einschätzung des DGB zeigt die aktuelle Entwicklung der Ausbildungszahlen, dass die junge Generation zu den Verlierern der Wirtschafts- und Finanzkrise zählt.
Neue Ausbildungszahlen kein Grund zur Beschönigung der Lage
"Die Krise hat den Ausbildungsmarkt längst erfasst. In diesem Jahr wurden rund 50 000 Ausbildungsverträge weniger abgeschlossen als im Vorjahr", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock anlässlich einer neuen Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).
Unternehmen könnten Ausbildungsangebote einschränken
Außerdem befürchte sie, dass viele Unternehmen ihre Ausbildungsangebote infolge der Wirtschaftskrise im nächsten Jahr weiter einschränken könnten, sagte Sehrbrock. "Es besteht also gar kein Grund, die Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu beschönigen", sagte die Gewerkschafterin. Berücksichtige man alle Jugendlichen, die in Warteschleifen "versorgt" wurden, ihren Wunsch auf Ausbildung aber aufrecht erhalten hätten, müsse von einer Gesamtnachfrage von 650.000 ausgegangen werden. Auf der Grundlage der jetzt veröffentlichten BIBB-Statistik ergebe sich daraus ein Bedarf von zusätzlich mehr als 80.000 Ausbildungsverträgen, um die Lage auf dem Ausbildungsmarkt zu stabilisieren.
Sehrbrock sagte, gerade die Krise zeige erneut die Anfälligkeit des Ausbildungssystems für konjunkturelle Einbrüche. "Die Zukunftsperspektiven junger Menschen dürfen nicht von der Konjunktur abhängen. Wir brauchen deshalb eine konjunkturunabhängige Finanzierung der Ausbildung – zum Beispiel durch Branchenfonds", sagte sie.
ddp