Um den Umbau der deutschen Energieversorgung zu beschleunigen, setzt der Deutsche Naturschutzring (DNR) auf Energiesparen. Der Präsident des Dachverbands, Hubert Weinzierl, plädierte für eine Reduzierung des Energiebedarfs auf durchschnittlich 2.000 Watt pro Einwohner. Derzeit liege der Bedarf bei rund 6.700 Watt. Dies setze jedoch auch Veränderungen des Lebensstils voraus.
Naturschutzring plädiert für 2.000-Watt-Gesellschaft
(dapd). Um den Umbau der deutschen Energieversorgung zu beschleunigen, setzt der Deutsche Naturschutzring (DNR) auf Energiesparen. Der Präsident des Dachverbands, Hubert Weinzierl, plädierte für eine Reduzierung des Energiebedarfs auf durchschnittlich 2.000 Watt pro Einwohner. Derzeit liege der Bedarf bei rund 6.700 Watt. Dies setze jedoch auch Veränderungen des Lebensstils voraus. "Wir brauchen eine Kultur der Effizienz", sagte Weinzierl am Dienstag in Berlin.
Präsidiumsmitglied Michael Müller verwies darauf, dass es sich bei der 2.000-Watt-Gesellschaft um "nichts Abstruses" handle. Die ETH Zürich und die Fraunhofer Gesellschaft Karslruhe hätten das Modell für die Schweiz durchgerechnet, die einen ähnlich hohen Pro-Kopf-Watt-Verbrauch wie Deutschland habe. "Es ist möglich, bis zum Jahr 2050 zu einer 2.000-Watt-Gesellschaft zu kommen", sagte Müller und beklagte zugleich, dass das Thema Energieeffizienz in der aktuellen Debatte zu kurz komme.
Die genannten 2.000 Watt entsprechen dem Wert von 1990 mit einem Weltjahresverbrauch von 17.500 Kilowatt-Stunden pro Person.
Weinzierl zeigte sich überzeugt, dass ein Ausstieg aus der Atomenergienutzung bis 2014 möglich sei. "Wir haben genügend Kraftwerksleistung", sagte er. Ab 2030 sei die volle Stromversorgung aus erneuerbaren Energien zu realisieren. Bis dahin brauche es allerdings Übergangskraftwerke, vor allem Gaskraftwerke. Energie müsse vor allem dezentral erzeugt werden. Daher seien rund 1.000 Kilometer neue Stromnetze erforderlich.
Der Deutsche Naturschutzring ist der Dachverband der im Natur- und Umweltschutz tätigen Verbände in Deutschland. Im Jahr 1950 von 15 Verbänden gegründet, gehören ihm heute 96 Mitgliedsverbände an.
dapd
