Die Kreditversorgung der Wirtschaft steht nach wie vor auf wackligen Füßen. Die staatliche Förderbank KfW betont deshalb die Wichtigkeit, die Eigenkapitalbasis der Unternehmen zu verbessern. Dazu soll es einen neuen Mittelstandsfonds geben. Von Karin Birk, Berlin
Nach wie vor schwierige Kreditversorgung
Zwar gebe es keine flächendeckende Kreditklemme, dennoch könne man noch keine Entwarnung geben, sagte der Vorstandschef der KfW-Bankengruppe, Ulrich Schröder, zu den Ergebnissen einer Unternehmensbefragung, die die KfW gemeinsam mit 26 Wirtschaftsverbänden durchgeführt hat. Zudem könnten die schwierigen Finanzierungsbedingungen die wirtschaftliche Erholung belasten, warnte KfW-Chefvolkswirt Norbert Irsch. Gerade den durch die Krise geschwächten Unternehmen, drohten in der Nachrezessionsphase erhebliche Finanzierungsengpässe. Umso wichtiger sei es, die Eigenkapitalbasis der Unternehmen zu stärken und für eine ausreichende Kapitalisierung des Bankensektors zu sorgen. Die KfW möchte deshalb einen Fonds für den Mittelstand auflegen und das Eigenkapital der Firmen stärken. Die KfW sei dazu in Gesprächen mit mehreren Banken, sagte Vorstandschef Schröder.
Handwerk: Keine Entspannung bei der Finanzierungssituation
Auch im Handwerk hat die Krise Spuren hinterlassen. "Im Handwerk lässt sich noch lange keine Entspannung der Finanzierungssituation ablesen", sagte ZDH-Chefvolkswirt Alexander Barthel. Zwar habe sich die Situation in den ersten drei Monaten 2010 nicht weiter verschlechtert, im vergangenen Jahr sei sie aber sukzessive deutlich schwieriger geworden. Dabei seien die Ergebnisse bei kleinen Unternehmen deutlich schlechter als bei größeren Unternehmen.
Grundlage der Einschätzung bilden eine Befragung von rund 2.060 Handwerksunternehmen von Januar bis Ende März 2010 rückblickend für zwölf Monate und eine Blitzumfrage unter den Beratern Handwerkskammern Ende April zur aktuellen Situation.
Anforderungen an Sicherheiten sind gestiegen
Als Hauptgrund für die erhöhten Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Betriebe nannten die befragten Unternehmen und Berater höhere Anforderungen an die Sicherheiten. Dies mache es den Unternehmen zunehmend schwer, kurzfristig an die dringend benötigten Betriebsmittelkredite zu kommen.
Als problematisch bezeichnete ZDH-Vertreter Barthel auch die Tatsache, dass immer mehr Handwerksunternehmen auch langfristige Investitionsvorhaben mit kurzfristigen Mitteln, wie Kontokorrentkrediten, finanzierten. Dies sei nicht nur teurer, die Unternehmen riskierten bei einer Verschlechterung ihres Kreditrisikos – etwa durch die Vorlage schlechterer Bilanzzahlen aus dem vorigen Jahr – auch Kürzungen oder Kündigungen ihrer Kredite. Nach wie vor wüssten zu wenige Betriebe darüber Bescheid, wie die Bank die Risikosituation des Unternehmens einschätze und welches Rating der Betrieb habe.
Angesichts der geschrumpften Eigenkapitalquote vieler Unternehmen und der fehlenden Sicherheiten ist es nach Ansicht Barthels umso wichtiger, dass die Ausweitung der Angebote der Bürgschaftsbanken während der Bankenkrise auch über 2010 weiterhin Bestand hätte.