Es ist der wohl spektakulärste Blick auf die Elbe. 200 Meter über dem Fluss erhebt sich der berühmte Basteifelsen. Hier bekommt man einen bleibenden Eindruck von der bizarren Felslandschaft der Sächsischen Schweiz. Für ein paar Tage war die eindrucksvolle Felsformation Arbeitsort für regionale Handwerker.

2016 war der Aussichtspunkt aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Metallbauer der Lucas GmbH aus Königsbrück und Tischler der Auerbach und Hahn GmbH aus Grumbach sorgten dafür, dass der Touristenmagnet jetzt wieder zugänglich ist.
Die Metallbaufirma Lucas zeichnet für das anspruchsvolle Geländer der neuen Besucherplattform verantwortlich, das die Bewegungen der frei schwebenden Spannbetonkonstruktion aufnehmen muss. Zu den technischen Herausforderungen gesellte sich die hohe mediale Aufmerksamkeit, die das Vorhaben auf sich zog. "Wegen des großen öffentliches Interesses für das Projekt, haben wir alle Arbeiten besonders akribisch vorbereitet. Wir wussten, da darf nichts schiefgehen", sagt Sebastian Lucas-Delaval, der zusammen mit seiner Schwester Stefanie Lucas die Geschäfte des Unternehmens mit 30 Mitarbeitern und drei Auszubildenden führt. Das Geländer wurde zunächst als 3D-Modell gezeichnet, dann von vier Mitarbeitern mit teils sehr viel Erfahrung im Edelstahlschweißen gefertigt und schließlich von drei speziell geschulten und höhentauglichen Monteuren an der Betonplattform angebracht.
Projekt mit Prestige
Die Handläufe am Geländer stammen von der Firma Auerbach und Hahn. Christoph Jäger, kaufmännischer Geschäftsführer der Tischlerei aus dem Wilsdruffer Ortseil Grumbach, spricht ebenfalls von einem besonderen Auftrag: "Es ist natürlich ein prestigeprächtiges Projekt. So etwas macht man nicht alle Tage." Ende vergangenen Jahres seien die Handläufe in der Werkstatt in Grumbach gefertigt worden, im Januar erfolgte die Montage auf der Basteiaussicht, berichtet der Betriebswirt. Als Holz haben die Grumbacher afrikanisches Kambala verwendet. Dieses gilt als besonders witterungsbeständig.

1,5 Millionen Besucher pro Jahr
Nach jahrelanger Sperrung wurde die neue Aussichtsplattform auf der Bastei am 3. Februar wiedereröffnet. Insgesamt investierte der Freistaat rund drei Millionen in die Sanierung des Touristenmagnets, der auch schon Maler wie Caspar David Friedrich inspiriert hat. Vor Corona waren bis zu 1,5 Millionen Besucher im Jahr auf der Plattform gezählt worden.
Damit ist die Bastei das älteste und wohl auch bedeutendste Touristikzentrum im vorderen Teil der Sächsischen Schweiz. Mitte 2016 mussten die vorderen zehn Meter der Basteiaussicht aufgrund des schlechten Zustandes des Felsuntergrundes gesperrt werden. Seitdem wurden bis 2018 durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) Verkehrssicherungsmaßnahmen am Böschungsfuß des Basteifelsens durchgeführt. Außerdem wurde das Plateau des Basteifelsens gesichert.
Schwebender Steg
Um die Basteiaussicht wieder zugänglich zu machen, wurde schließlich ein schwebender Steg errichtet, der sich lediglich im hinteren Bereich auf dem Felsen abstützt. Rund 40 Kubikmeter Spannbeton war für die neue Plattform nötig, zwölf Tonnen Beton- und Spannstahl wurden verarbeitet. Im Mai des vergangenen Jahres wurde die neue Platte in etwa 190 Meter Höhe über der Elbe gegossen. Sie bietet bis zu 140 Besuchern Platz.