Zum Jahrestag der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat der Naturschutzbund (NABU) die anhaltende Ölförderung im deutschen Wattenmeer kritisiert und ein sofortiges Ende gefordert. Aus Profitgier setzten internationale Konzerne die Zukunft ganzer Ökosysteme aufs Spiel und gefährdeten Menschen und Umwelt, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke am Montag in Berlin.
NABU kritisiert Ölförderung im Wattenmeer
Berlin (dapd-nrd). Zum Jahrestag der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat der Naturschutzbund (NABU) die anhaltende Ölförderung im deutschen Wattenmeer kritisiert und ein sofortiges Ende gefordert. Aus Profitgier setzten internationale Konzerne die Zukunft ganzer Ökosysteme aufs Spiel und gefährdeten Menschen und Umwelt, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke am Montag in Berlin.
An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste vor Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) wird seit Oktober 1987 Öl gefördert. Mittlerweile ist die Fördermenge jedoch rückläufig. Im Jahr 2010 waren es rund 1,4 Millionen Tonnen, im Jahr 2009 etwa 1,58 Millionen Tonnen.
Der NABU kritisierte, dass RWE Dea trotz der rückläufigen Fördermengen an der "riskanten Produktion" im Nationalpark festhalte. Zwar sei die Technik der Bohrinsel "Mittelplate A" eine andere als die von "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko. Der sich verändernde Wattengrund gefährde aber eine sichere Erdölförderung.
Ein Nordseepriel wandert nach Angaben des NABU auf die Plattform zu und könnte zu einem Absacken führen. Um dies zu verhindern, wurden 80.000 Quadratmeter Wattenmeerboden mit Gestein, Beton und Mörtel versiegelt. "Dabei ist die natürliche Dynamik der Wasserläufe ein wesentliches Schutzziel im Nationalpark Wattenmeer. Dieser sogenannte Kolkschutz stellt einen inakzeptablen Eingriff in das Ökosystem dar und verursacht starke Störungen für die dort lebenden Tierarten", kritisierte NABU-Wattenmeerexperte Eric Neuling.
dapd
