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Erziehungszeiten besser angerechnet Neue Mütterrente bis Ende April 2019 beantragen

Union und SPD haben die Mütterrente ausgeweitet. Zum 1. Januar starteten die Auszahlungen für Neurentner. Ab März bekommen auch diejenigen Geld, die bereits vorher im Ruhestand waren. Wer einen Neuantrag stellt, sollte dies bis spätestens Ende April erledigen. Ansonsten gehen Rentenzahlungen verloren.

Die Mütterrente: Bevor sie in Kraft trat, war sie lange Zeit umstritten, doch mittlerweile zahlt sie sich aus. So ist nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund die durchschnittliche Altersrente bei Neurenten für Frauen seit der Einführung der Mütterente im Jahr 2014 deutlich gestiegen. Betrug sie 2013 noch rund 546 Euro, ist sie bis 2017 auf rund 716 Euro gestiegen. Das ist in diesem Zeitraum ein Anstieg von etwas mehr als 31 Prozent.

Seit 1. Juli 2014 gibt es die Mütterrente – und zum 1. Januar 2019 wurde sie ausgeweitet. Was die Rentenreform 2019 vorsieht, unterscheidet sich jedoch von den Plänen, die im Koalitionsvertrag vereinbart waren. Hieß es darin noch, dass nur Mütter, die vor 1992 drei oder mehr Kinder geboren haben, auch das dritte Jahr Erziehungszeit angerechnet bekommen sollen, so sieht das Rentenpaket etwas anderes vor: Demnach werden seit Jahresbeginn 2019 alle Mütter und Väter mit Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder zusätzliche Rentenansprüche bekommen. Statt einem Rentenpunkt – wie einst geplant – gibt es nun aber nur einen halben Rentenpunkt. Union und SPD wollen die zusätzlichen Ausgaben bei jährlich 3,8 Milliarden Euro halten.

Das Rentenpaket, das die neue Mütterrente enthält, trat am 1. Januar 2019 in Kraft. Schon seit diesem Zeitpunkt erhalten alle Neu-Rentnerinnen und Neu-Rentner das zusätzliche Geld. Ab März wird das Geld auch an all diejenigen mit Anspruch auf Mütterrente ausgezahlt, die bereits vorher im Ruhestand waren – natürlich rückwirkend ab Januar. Die betreffenden Renten werden pro Kind um 16,02 Euro brutto im Westen und um 15,35 Euro im Osten erhöht.

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Mütterrente: Rückwirkende Auszahlung nur bei Antrag bis Ende April 2019

Diejenigen, die seit 1. Januar 2019 Anspruch auf die neue, ausgeweitete Mütterrente haben und diese erstmals beantragen wollten, sollten dies noch bis Ende April 2019 erledigen, um keine Rentenansprüche zu verschenken. Die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin macht darauf aufmerksam, dass es nur dann rückwirkende Zahlungen ab Januar 2019 gibt.

Geht der Antrag erst nach dieser Frist beim zuständigen Rentenversicherungsträger ein, bekommen die Neurentner die Auszahlung erstmals ab dem Monat der Antragstellung. dpa

Mütterrente II: Was hat sich seit dem 1. Januar 2019 geändert?

Nach der Einführung der Mütterrente für Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern im Jahr 2014 wollte die CSU ursprünglich ab 2019 eine Gleichstellung aller Mütter erreichen. Mütter sowohl mit Kindern, die vor als auch nach 1992 geboren sind, sollten drei Jahre als Erziehungszeiten für die Rente anerkannt bekommen. Im Koalitionsvertrag haben sich die Parteien dann jedoch auf einen Kompromiss verständigt, der für Mütter mit mindestens drei Kindern die Anerkennung eines zusätzlichen Erziehungsjahres vorsieht.

Im neuen Rentenpaket sieht der Kompromiss nun nochmals anders aus: So profitieren zwar alle Mütter und Väter mit vor 1992 geborenen Kindern seit Jahresbeginn 2019 von der Mütterrente, jedoch bekommen sie nur einen halben Rentenpunkt zusätzlich anerkannt. Damit ist noch keine vollständige Gleichstellung erzielt.

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Wer bekommt ab März 2019 erst die Mütterrente II ausgezahlt?

Die neue Mütterente steht allen Müttern und Vätern, die Kinder vor 1992 erzogen haben, ab dem 1. Januar 2019 zu. So erläutert Gundula Sennewald von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin: "Der Ablauf wird dem bei der Mütterente I gleichen. Danach erhält jeder Berechtigte, der seit 1. Januar 2019 neu in Rente geht, bereits von der ersten Rentenzahlung an die Leistungsverbesserung. Bei den Müttern und Vätern, deren Rente vorher begonnen hat, wird die Reform im Laufe der ersten Jahreshälfte 2019 umgesetzt werden – hier gibt es Nachzahlungen rückwirkend ab Januar 2019."

Genau diese zeitversetzte und rückwirkende Auszahlung beginnt nun im März 2019. So wird die Mütterrente II ab März sukzessive auch an die Bezugsberechtigten ausgezahlt, die bereits im Ruhestand sind. Bis alle umgestellt sind, kann es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung allerdings bis zum Sommer dauern.

>> Überblick: Was seit Anfang 2018 beim Mutterschutz gilt + kostenose Checkliste <<

Von Steueranrechnung bis zum Betrag: Hier bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Themen Erziehungszeiten und Mütterrente und was jetzt bereits gilt.

Was ist die Mütterrente?

Mit dem Begriff der Mütterrente ist eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. Eltern bekommen auf ihre Rente grundsätzlich Erziehungszeiten angerechnet. Damit will der Staat ihre Leistung als Eltern zum einen anerkennen. Zum anderen sollen Mütter – und auch Väter – die ihren Beruf aufgrund der Kindererziehung nur teilweise oder gar nicht ausgeübt haben, in der Rente nicht wesentlich schlechter gestellt sein, als während der Kindererziehung weiterbeschäftigte Arbeitnehmer.

Was galt vor der Rentenreform im Jahr 2014?

Vor dem 1. Juli 2014 bekamen Mütter oder Väter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, ein Erziehungsjahr pro Kind – also einen Entgeltpunkt auf die Rente angerechnet. Eltern, deren Kinder nach 1992 geboren sind, bekommen drei Erziehungsjahre – also drei Entgeltpunkte. Diese Ungleichheit wurde 2014 etwas angepasst, so dass auch Elternteile mit Kindern, die vor 1992 geboren sind mehr Entgeltpunkte angerechnet bekommen. Statt einem bekommen sie seither zwei Rentenpunkte gutgeschrieben.

Seit 1. Juli 2018 liegt ein Rentenpunkt im Osten bei 30,69 Euro im Monat und im Westen bei 32,03 Euro.

Wer bekommt Erziehungszeiten angerechnet?

Zeiten der Kindererziehung werden bei Müttern und Vätern in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet, wenn sie ihr Kind in Deutschland erziehen und für gewöhnlich auch dort mit ihm leben. Die Rentenbeiträge dafür zahlt der Bund. Dies geschieht unabhängig davon, ob Mütter oder Väter die Kinder tatsächlich Vollzeit betreut haben oder zeitgleich berufstätig waren. Es gibt jedoch eine Einkommensobergrenze – die Beitragsbemessungsgrenze. Wer mit seinem Einkommen und den Erziehungszeiten darüber liegt, bekommt nur anteilig zusätzliche Entgeltpunkte für die Erziehungsleistung auf die Rente angerechnet.

Eltern, die ihre Kinder gemeinsam erzogen haben, können sich entscheiden, ob die Kindererziehungszeiten in der Rente statt der Mutter dem Vater zugeordnet werden sollen. Hierfür ist für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung beim Rentenversicherungsträger einzureichen. Diese Erklärung kann auch für maximal zwei Kalendermonate rückwirkend abgegeben werden.

Wie bekommt man die Mütterrente?

"Ein gesonderter Antrag auf die Mütterrente ist grundsätzlich nicht notwendig. Rentnerinnen und Rentner erhalten rückwirkend ab Januar 2019 automatisch den Zuschlag berechnet. Bei Neurentnern werden die erweiterten Kindererziehungszeiten sofort berücksichtigt", bestätigt Sennewald.

Wie wirkt sich die Mütterrente auf die Steuer aus?

Laut Finanzministerium Schleswig-Holstein wird die Mütterrente nicht in vollem Umfang in die Besteuerung einbezogen. Stattdessen wird eine außerordentliche Neufestsetzung des Jahresbetrags der Rente vorgenommen und der steuerfreie Teil der Rente neu berechnet. Hilfe erhalten Rentner von Steuerberatern oder einem Lohnsteuerhilfeverein. jtw

Mütterrente: Folgen für die Witwenrente

Die Mütterrente kann Auswirkungen auf die Höhe der Witwenrente haben. Diese kann sich im Rahmen der Einkommensanrechnung verringern, wenn beim Hinterbliebenen die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder anerkannt worden sind.

Voraussetzung ist, dass der Anspruch auf Rente aus eigener Versicherung beim Hinterbliebenen zum Überschreiten eines Freibetrages durch eigenes Einkommen führt. Da die eigene Rente als Einkommen betrachtet wird, kann sich dieses durch die Mütterrente erhöhen. Die oberhalb des Freibetrags von derzeit 845,59 Euro im Westen Deutschlands und 810,22 Euro im Osten liegende Summe wird zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet und kann diese mindern. In der Summe aus eigener Rente und Witwenrente kommt es jedoch insgesamt zu einem Plus beim Rentenbezieher.

Die Mütterrente kann auch zu einer Erhöhung der Hinterbliebenenrente führen. Das ist dann der Fall, wenn die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder nicht beim Hinterbliebenen, sondern beim Verstorbenen anerkannt worden sind. In diesem Fall erhöht sich die Witwenrente, da sie sich aus der Versicherung des Verstorbenen ableitet.

Große und kleine Witwen- oder Witwerrente 

Darüber hinaus muss bei der Witwen- oder Witwerrente zwischen groß und klein unterschieden werden. Beträgt die kleine Witwen- oder Witwerrente nach Anwendung des alten und neuen Hinterbliebenenrechts immer 25 Prozent der Versichertenrente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte, so sind es bei der großen Witwen- oder Witwerrente nach Anwendung des neuen Hinterbliebenenrechts 55 Prozent und nach altem Recht 60 Prozent.

Laut Deutscher Rentenversicherung kann der Anspruch auf die große Witwenrente von Hinterbliebenen geltend gemacht werden, wenn das 47. Lebensjahr vollendet ist, die Betroffenen erwerbsgemindert sind oder ein minderjähriges Kind erziehen.

Wurden in der Versicherung des verstorbenen Ehepartners Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder berücksichtigt, erhöht sich die daraus abgeleitete Witwen- oder Witwerrente durch die Mütterrente seit 1. Juli 2014. Bestand bereits am 30. Juni 2014 der Anspruch auf die Witwenrente, erfolgt die Erhöhung für jedes vor 1992 geborene Kind pauschal. Im Ergebnis sind es 0,25 Entgeltpunkte bei der kleinen Witwen- und Witwerrente und 0,55 Entgeltpunkte bei der großen Witwen- und Witwerrente nach neuem Hinterbliebenenrecht (0,6 Entgeltpunkte bei der Witwen- und Witwerrente nach altem Recht). Ein voller Entgeltpunkt hat einen Wert von 32,03 Euro in den alten Bundesländern und 30,69 Euro in den neuen Bundesländern.

Das alte und neue Hinterbliebenenrecht

Anfang 2002 ist das Recht für die Hinterbliebenenrenten, vor allem für die Witwen- und Witwerrenten, geändert worden. Übergangsregelungen verhindern soziale Härten für diejenigen, die auf das vorherige Recht vertraut haben. Für die meisten Witwen und Witwer gilt daher das alte Hinterbliebenenrecht, wenn

  • der Ehepartner vor dem 1. Januar 2002 gestorben ist oder
  • der Ehepartner nach dem 31. Dezember 2001 gestorben ist, die Heirat aber vor dem 1. Januar 2002 erfolgt ist und ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist.

Nur wenn diese Voraussetzungen nicht vorliegen, gilt das neue Hinterbliebenenrentenrecht.

Darüber hinaus wird die kleine Witwenrente nach neuem Hinterbliebenenrentenrecht maximal 24 Monate gezahlt.

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