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Erziehungszeiten besser angerechnet Mütterrente: Ein Jahr mehr – Beitragsanstieg für alle

Die Mütterrente: Bevor sie zum 1. Juli 2014 in Kraft trat, war sie lange Zeit umstritten. Und auch jetzt sorgt sie wieder für Diskussionen. Fast zehn Millionen Renterinnen profitieren bereits von ihr und die CSU will sie weiter ausweiten. Die Deutsche Rentenversicherung warnt erneut vor den Kosten.

Wieder ist die Mütterrente ein Streitpunkt in den Sonderierungsgesprächen der vermeintlichen neuen Bundesregierung. Konnte sich bei der Bildung der letzten Regierung die CSU mit ihren Forderungen durchsetzen – seit 1. Juli 2014 ist die Mütterrente in Kraft – so setzt die Partei das Thema nun wieder auf die Agenda und fordert die Anerkennung der Erziehungsleistungen um ein weiteres Jahr auszuweiten.

Hatte die Bundesregierung Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern mit der Rentenreform 2014 bessergestellt, so geht es jetzt darum ältere Mütter vollständig mit Frauen gleichzustellen, die nach 1992 Kinder zur Welt gebracht haben. Würde man dies jedoch einfach aus dem vorhandenen Rententopf finanzieren, wird eine Beitragssteigerung für alle, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, nötig werden. Das prognostiziert die Deutsche Rentenversicherung Bund und fordert deshalb, dass eine Ausweitung der Mütterrente nur aus Steuermitteln erfolgen sollte. Präsidentin Gundula Roßbach warnte Medienberichten zufolge vor Mehrkosten in Milliardenhöhe.

Ganz konkret spricht Roßbach nun in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von acht Milliarden Euro pro Jahr, die dann fällig werden. Sie warnt, dass diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe auch gesamtgesellschaftlich finanziert werden müsse und dass man jetzt schon auch über die Zeit nach 2030 nachdenken müsse, denn die Gelder würden dann immer knapper. Sorgen macht sich die Rentenversicherungspräsidentin auch in Bezug der Finanzierung der Solidarrente für Geringverdiener wie sie die SPD fordert.

Mütterrente: Nachhaltigkeitsrücklage schrumpft

Bislang haben rund zehn Millionen Frauen Mütterrente bekommen haben. Damit sind die Prognosen aus dem Startjahr eingetroffen. Doch noch weitere Vorhersagen lassen sich heute bestätigen: Das Rentenpaket aus dem Jahr 2014, zu dem die Mütterrente gehört, hat bereits bis heute Mehrkosten verursacht. Noch immer übersteigen laut Deutscher Rentenversicherung die Ausgaben die Einnahmen.

Zwar konnte die gute Konjunktur Beitragssteigerungen bislang noch immer auffangen. Dennoch schrumpft bereits jetzt die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung. Die Mütterente wurde bislang aus der Rentenkasse finanziert. Ab 2018 ist es zwar schon geplant, dass zusätzlich Steuermittel für den Aufwand der Finanzierung der Rente verwendet werden könnten. Details muss die neue Bundesregierung aber erst festlegen – ebenso, ob es zu einer erweiterten Mütterrente kommt.

Von Steueranrechnung bis zum Betrag: Hier bekommen Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema Mütterrente und was jetzt bereits gilt.

Was ist die Mütterrente?

Eltern bekommen auf ihre Rente grundsätzlich Erziehungszeiten angerechnet – die sogenannte Mütterrente. Damit will der Staat ihre Leistung als Eltern zum einen anerkennen. Zum anderen sollen Mütter – in seltenen Fällen auch Väter – die ihren Beruf aufgrund der Kindererziehung haben ruhen lassen, in der Rente nicht wesentlich schlechter gestellt sein, als kinderlose Arbeitnehmer.

Was galt vor der Rentenreform im Jahr 2014?

Vor dem 1. Juli 2014 bekamen Mütter oder Väter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, im Westen pro Kind 28,14 Euro und im Osten 25,74 Euro monatlich. Ein Erziehungsjahr wurde pro Kind also mit einem Entgeltpunkt auf die Rente angerechnet. Eltern, deren Kinder nach 1992 geboren sind, bekamen drei Erziehungsjahre – also drei Entgeltpunkte mit je 28 beziehungsweise 25 Euro monatlich. Diese Ungleichheit wurde nun angepasst, so dass auch Elternteile mit Kindern, die vor 1992 geboren sind mehr Entgeltpunkte angerechnet bekommen. Die monatlichen Beiträge pro Kind sind bis heute auf 31,03 Euro im Westen und 29,69 Euro im Osten angestiegen.

Wer bekommt die Mütterrente?

Die Mütterrente erhalten alle Eltern. Die Rente ist also unabhängig davon, ob Mütter oder Väter die Kinder tatsächlich Vollzeit betreut haben oder nebenbei berufstätig waren. Es gibt jedoch eine Einkommensobergrenze, die sich an der Beitragsbemessungsgrenze orientiert – wer darüber liegt, bekommt keine Erziehungsleistung auf die Rente angerechnet.

Eltern, die ihre Kinder gemeinsam erzogen haben, können sich entscheiden, wer die Kindererziehungszeiten in der Rente erhalten soll. Das gilt sowohl für Eltern, deren Kinder nach 1992 geboren sind, als auch für Eltern mit älteren Kindern.

Wie bekommt man die Mütterrente?

Damit Erziehungszeiten erstmals im Rentenkonto berücksichtigt werden, müssen Eltern einen Antrag an die Rentenversicherung stellen. Wem schon vorher die Erziehungsleistung angerechnet wird, muss die Aufstockung der Mütterrente nicht extra beantragen.

Was bewirkt die neue Mütterrente?

Um die Ungleichverteilung zwischen den jüngeren und älteren Eltern abzumildern rechnet die Große Koalition Müttern oder Vätern, deren Kinder vor 1992 geborenen sind, seit dem 1. Juli 2014 pro Kind zwei Erziehungsjahre – statt bisher einem – mit jeweils einem Entgeltpunkt für die Rente an. Das bedeutet: Pro Kind bekommen Eltern monatlich 31,03 beziehungsweise 29,69 Euro mehr erhalten. Insgesamt werden sie monatlich künftig also 61 Euro im Westen und 57 Euro im Osten für ihre Erziehungsleistung bekommen. Der Betrag ergibt sich einkommensunabhängig.

Wie wirkt sich die Mütterrente auf die Steuer aus?

Laut Finanzministerium Schleswig-Holstein wird die Mütterrente nicht in vollem Umfang in die Besteuerung einbezogen. Stattdessen wird eine außerordentliche Neufestsetzung des Jahresbetrags der Rente vorgenommen und der steuerfreie Teil der Rente neu berechnet. Hilfe erhalten Rentner von der Deutschen Rentenversicherung. sch/jtw

Mütterrente: Folgen für die Witwenrente

Die Mütterrente hat Auswirkungen auf die Witwenrente – und das nicht zu knapp.

Seit 1. Juli 2014 gibt es die neue Mütterrente. Dabei handelt es sich hierbei um eine Gleichstellung von Frauen und auch Männern, deren Kinder vor 1992 geboren und großgezogen wurden gegenüber denen, deren Kinder nach 1992 geboren wurden. Mehr Rente bekommen dadurch auch diejenigen, die bis 30. Juni 20104 bereits Rente bezogen haben. Sie erhalten eine Gutschrift als Zuschlag zur laufenden Rente. Statt bislang einem werden zwei Jahre Erziehungszeit bei der Rente angerechnet.

Laut Deutscher Rentenversicherung hat die Mütterrente allerdings auch Auswirkungen auf die Witwenrente. Sie kann sich im Rahmen der Einkommensanrechnung verringern, wenn beim Hinterbliebenen die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder anerkannt worden sind.

Voraussetzung ist, dass der Anspruch auf Rente aus eigener Versicherung beim Hinterbliebenen zum Überschreiten eines Freibetrages führt. Da die eigene Rente als Einkommen betrachtet wird, kann sich dieses durch die Mütterrente erhöhen. Liegt es damit oberhalb des Freibetrags von derzeit 819,19 Euro im Westen Deutschlamds und 783,82 Euro im Osten wird es zu 40 Prozent auf die Witwenrente angerechnet und kann diese mindern. In der Summe aus eigener Rente und Witwenrente kommt es jedoch insgesamt zu einem Plus beim Rentenbezieher.

Die Mütterrente kann auch zu einer Erhöhung der Hinterbliebenenrente führen. Das ist dann der Fall, wenn die Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder nicht beim Hinterbliebenen, sondern beim Verstorbenen anerkannt worden sind. In diesem Fall erhöht sich die Witwenrente, da sie sich aus der Versicherung des Verstorbenen ableitet.

Große und kleine Witwenrente 

Darüber hinaus muss bei der Witwenrente zwischen großer und kleiner unterschieden werden. Beträgt die kleine nach Anwendung des alten und neuen Hinterbliebenenrechts immer 25 Prozent der Versichertenrente, auf die der Verstorbene Anspruch gehabt hätte, so sind es bei der großen Witwenrente nach Anwendung des neuen Hinterbliebenenrechts 55 Prozent und nach altem Recht 60 Prozent.

Laut Deutscher Rentenversicherung kann der Anspruch auf die große Witwenrente von Hinterbliebenen geltend gemacht werden, wenn das 47. Lebensjahr vollendet ist, die Betroffenen erwerbsgemindert sind oder ein minderjähriges Kind erziehen.

Wurden in der Versicherung des verstorbenen Ehepartners Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder berücksichtigt, erhöht sich die daraus abgeleitete Witwenrente durch die Mütterrente ab 1. Juli 2014. Bestand bereits am 30. Juni 2014 der Anspruch auf die Witwenrente, erfolgt die Erhöhung für jedes vor 1992 geborene Kind pauschal um 0,25 Entgeltpunkte bei der kleinen Witwenrente und 0,55 Entgeltpunkte bei der großen Witwenrente nach neuem Hinterbliebenenrecht (0,6 Entgeltpunkte bei der Witwenrente nach altem Recht). Ein voller Entgeltpunkt hat einen Wert von 31,03 Euro in den alten Bundesländern und 29,69 Euro in den neuen Bundesländern.

Das alte und neue Hinterbliebenenrecht

Anfang 2002 ist das Recht für die Hinterbliebenenrenten, vor allem für die Witwenrenten, geändert worden. Übergangsregelungen verhindern soziale Härten für diejenigen, die auf das vorherige Recht vertraut haben. Für die meisten Witwen gilt daher das alte Hinterbliebenenrecht, wenn

  • der Ehepartner vor dem 1. Januar 2002 gestorben ist oder
  • der Ehepartner nach dem 31. Dezember 2001 gestorben ist, die Heirat aber vor dem 1. Januar 2002 erfolgt ist und ein Ehepartner vor dem 2. Januar 1962 geboren ist.

Nur wenn diese Voraussetzungen nicht vorliegen, gilt das neue Hinterbliebenenrentenrecht.

Darüber hinaus wird die kleine Witwenrente nach neuem Hinterbliebenenrentenrecht maximal 24 Monate gezahlt.

Dieser Beitrag wurde am 8. Januar 2018 aktualisiert.
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Kommentare

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haui

Sondierung: MÜTTERRENTE 2018

TEXT aus dem Internet... lediglich zur INFO!
Bitte beachten. Der Rentenberater von rentenbescheid24 rät... Hier sollten Sie genauer hinsehen!
Nur kinderreiche Eltern profitieren von den neuen Regelungen!

Eltern mit mindestens 3 Kindern sollen durch die neue Mütterrente II profitieren. Damit soll die Altersarmut bekämpft werden. Es gibt einen Zuschlag von 1 Entgeltpunkt. Bei Rentenbeziehern und Grundischerung Wahrscheinlich wird der Rentenzuschlag der neuen Mütterrente II voll gegengerechnet. Damit werden einige Begünstigte nichts von dieser Rentenerhöhung haben. Alles Wissenswerte zum Thema Rentenerhöhung können Sie hier nachlesen.

Von mir an die CSU !!
Was haben Sie sich, die CSU, denn bei der Sondierung zum Thema MÜTTERRENTE geleistet, ... eingelassen ?
Ein Unrecht mit einem neuen kaschieren ... verschlimmbessern ?
Frauen mit 2 bzw. 1 Kind diskreminieren ?
Totales unverständnis !!!

Wenn bei der 1. Abgrenzung der Mütterrente alle Mütter bis zum Jahr 1992 ungerecht behandelt wurden, war es ein Fehlschuss, ... ABER jetzt wo das Thema total bekannt ist, ist das nur IRRE !!!
Soll das jetzt eine Billigvariante der Parteien werden.

"So kann man den Untergang" des Gerechtigkeitssinns vorantreiben !
Gruß Haui

Anita W. Thon

Muetterrente Våter

Wie kan es sein, dass eine Flugbegleiterin erst einmal die Mutterrente bekommen hat, dann der geschiedene Mann diese fur sich in Anspruch nimmt, obwohl er schon jahrelang Behindertenrente hat, und keinen Arbeitsausfall hat, oder hatte.
Die Mutter war ein Jahr zuhaus und fing dann teilweise an zu arbeiten,
Der Vater meint, er håtte die Kinder die ersten 2 Jahre alleine betreut, was Quatsch ist. Ein Jahr war die Mutter zuhause und dann teilweise. Wieso kann nun, nach Jahren, pløtzlich der geschiedene Mann die Zeit annerkannt bekommen und die Mutter fur Jahre 56.- Euro zuruckzahlen muss.