Ob Pkw oder Nutzfahrzeug – ohne Motorenöl laufen sie nicht. Doch auch bei Ölen gibt es Preisunterschiede. Günstig kann hier auch mal gut sein.

Motoröl ist teuer. Bis zu 30 Euro pro Liter kostet der für das Triebwerk lebensnotwendige Schmierstoff. Die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ) wollte herausfinden, ob es auch günstige Motorenöle bei gleichbleibender Qualität gibt. Zusammen mit dem Auto Club Europa (ACE) hat sie deshalb zwölf handelsübliche Motoröle unter die Lupe genommen.
Günstige Motorenöle schneiden gut ab
Das Ergebnis: Der Verdacht, preisgünstige Motoröle seien nur halb so gut wie teure Markenöle, ist unbegründet, so die GTÜ-Experten). Das Prädikat "sehr empfehlenswert" teilen sich gleich zwei Produkte ohne Herstellerbindung: das GSL Leichtlauföl der Handelskette Real (13,99 Euro/l) und das Cartechnic Motorenöl Muli (12,50 Euro/l). Ebenfalls mit "sehr empfehlenswert" haben die Motorenöle DBV Longlife (11,90 Euro/l) und High Performer Longlife 3 (12,80 Euro/l) abgeschnitten.
Teure Markenöle mit Literpreisen von weit über 20 Euro haben im GTÜ-Urteil lediglich ein "empfehlenswert" oder "bedingt empfehlenswert" erhalten. Hier handelt es sich um die Öle der Hersteller Shell, Mercedes und VW.
Worauf beim Ölkauf zu achten ist
Allerdings verträgt nicht jedes Auto jedes Öl. Daher rät die GTÜ grundsätzlich den Empfehlungen der Hersteller zu folgen, die zum Teil für ihre Fahrzeuge auch eigene Normen und Freigaben entwickelt haben. Diese Angaben finden sich in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs. Da sich die Vorgaben der deutschen Hersteller stark ähneln, erfüllen viele hochwertige Öle sogar mehrere Freigaben von BMW, VW, Mercedes, Opel oder auch Porsche gleichzeitig.
An die vorgegebene Sorte sollte man sich bei noch jungen Autos unbedingt halten. Wichtig ist dabei, dass die Freigabe auch wirklich erteilt wurde und dies zweifelsfrei aus dem Etikett hervorgeht. Denn im Schadensfall kann eine Ölanalyse die Verwendung eines anderen Öls nachweisen, Garantieansprüche wären somit hinfällig.
Vorsicht geboten ist beispielsweise bei Ölen, die auf dem Etikett eine täuschende Formulierung tragen wie "Qualitativ gleichwertig nach EU-Recht gemäß". Das, so die GTÜ, ist keine Garantie für gleichbleibende Qualität, selbst wenn das Produkt im Test den Anforderungen vollauf genügte.
Der ausführliche Motoröltest ist auf der Webseite des ACE zu finden. dhz