Eine Woche nach der Stürmung einer "Stuttgart 21"-Baustelle ist die wöchentliche Demonstration der Projektgegner am Montag friedlich geblieben. Auf der Kundgebung, die laut Polizei rund 2.000 Teilnehmer besuchten, hatten die Redner scharfe Kritik an der "Überrumpelungstaktik" der Deutschen Bahn mit Blick auf das veröffentlichte Ergebnis des Stresstests geübt.
Montagsdemo gegen "Stuttgart 21" ohne Zwischenfälle
Stuttgart (dapd-bwb). Eine Woche nach der Stürmung einer "Stuttgart 21"-Baustelle ist die wöchentliche Demonstration der Projektgegner am Montag friedlich geblieben. Auf der Kundgebung, die laut Polizei rund 2.000 Teilnehmer besuchten, hatten die Redner scharfe Kritik an der "Überrumpelungstaktik" der Deutschen Bahn mit Blick auf das veröffentlichte Ergebnis des Stresstests geübt. Beim anschließenden Demonstrationszug gab es laut Polizei zunächst keine Zwischenfälle.
Am Wochenende war aus Bahnkreisen bekannt geworden, dass der geplante Tiefbahnhof den sogenannten Stresstest bestanden habe. In der Simulation, die am Ende der Schlichtung von Heiner Geißler vereinbart worden war, sollte nachgewiesen werden, dass "Stuttgart 21" 30 Prozent mehr Verkehr in der Spitzenstunde abfertigen kann als der bestehende Kopfbahnhof.
Die Gegner von "Stuttgart 21" geißelten die Veröffentlichung des angeblichen Ergebnisses als Überrumpelung durch die Bahn. Man habe noch keine Unterlagen von dem Unternehmen bekommen, man sei nicht eingebunden gewesen in die Konzeption des Stresstests. Sie forderten am Montag erneut eine Offenlegung der Daten und des Fahrplans, die dem Stresstest zugrunde liegen.
BUND-Geschäftsführer Berthold Frieß sagte, dass das Aktionsbündnis für "eine reine Stresstest-Show am 14. Juli nicht zur Verfügung" stehe. An diesem Tag war die öffentliche Vorstellung des Simulationsergebnisses geplant.
Klaus Arnoldi vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisierte, dass nun versucht werde, über eine Pressekampagne die Gegner des Bahnprojekts zu frustrieren.
Die Eskalation der Demonstration am vergangenen Montag spielte nur am Rande eine Rolle. Die Baustelle, auf der das Grundwassermanagement entsteht, war vor einer Woche nach der Montagsdemonstration von zahlreichen Demonstranten gestürmt und besetzt worden. Dabei entstand Sachschaden in Millionenhöhe. Laut Polizei wurden Beamte verletzt, die Projektgegner zogen die Darstellung allerdings in Zweifel.
Der Schauspieler Walter Sittler forderte die "Stuttgart 21"-Gegner dazu auf, friedlich zu bleiben. Man könne "Gewalt nicht mit Gewalt beenden, sondern nur mit unbedingter Friedfertigkeit, mit Respekt gegenüber dem Anderen, seiner Meinung und auch gegenüber dem Eigentum Anderer", sagte Sittler. Gleichzeitig äußerte er aber auch Verständnis für den Zorn und die Empörung, die sich am vergangenen Montag Bahn gebrochen hatten.
dapd
