Appell von Handwerk und Handel Mobilität in der Stadt durch neue Verkehrskonzepte sichern

Vor dem Hintergrund des von der EU-Kommission angekündigten Aktionsplans zum Stadtverkehr erörterten Praktiker aus Handwerk, Handel und Gewerbe zusammen mit Vertretern der EU-Kommission und des EU-Parlaments neue Mittel und Wege zur Sicherung der Städte als zukunftsfähige Lebensräume.

Mobilität in der Stadt durch neue Verkehrskonzepte sichern

Die Attraktivität von Innenstädten kann nur erhalten und verbessert werden, wenn ihre Erreichbarkeit für die Menschen sichergestellt wird. Neue Verkehrskonzepte müssen daran gemessen werden, ob sie sowohl umwelt- wie auch wirtschaftspolitischen Zielen gerecht werden. Sachgerechte Lösungen für die Verkehrsprobleme in den Städten bedürfen daher der Zusammenarbeit von Kommunen und Betroffenen vor Ort. Dies war der Tenor der Veranstaltung "Mobilität in der Stadt", die der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) in Brüssel ausgerichtet hat.

Der Handwerksunternehmer Ralph R. Icks, Geschäftsführer der F. G. Conzen Glas GmbH aus Düsseldorf berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen mit der Düsseldorfer Umweltzone: "Die Umweltzone bringt bisher nur höhere Kosten und mehr Bürokratie. Die besonders betroffenen Handwerksbetriebe brauchen Unterstützung bei der Erneuerung ihrer Fahrzeuge, die oft als Spezialanfertigungen auf die besonderen betrieblichen Bedürfnisse angepasst sind. Andernfalls bedeutet die Umweltzone faktisch ein Fahrverbot für unsere Fahrzeuge."

Einig waren sich Handwerksunternehmer Icks und Lovro Mandac, Vorsitzender der Geschäftsführung der Galeria Kaufhof in Köln darin, dass den verkehrspolitischen Herausforderungen mit dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und mit modernen Technologien begegnet werden müsse. "Übereilte Fahrverbote schaden dem Lebensraum Innenstadt, ohne der Umwelt dauerhaft zu helfen. Handwerker müssen mobil bleiben, ihre Transporte können nicht auf andere Verkehrsträger verlagert werden." betonte Icks. Zudem müssten nachhaltige Lösungen in den Kommunen und nicht auf europäischer Ebene gefunden werden.

Die Europäische Kommission, vertreten durch Franz X. Söldner, Referatsleiter in der Generaldirektion Energie und Transport, sicherte zu, dass gemeinsame Lösungen auf Basis von Best Practice Modellen auf EU-Ebene diskutiert werden sollen, die konkrete Anwendung der Maßnahmen aber vor Ort geschehen müsse.

dhz