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Smartphones und SAR-Werte Mobilfunkstrahlen - wie gefährlich sind sie?

Sind Mobilfunkstrahlen von Smartphones gesundheitsgefärdend oder nicht? Eine neue Studie liefert interessante Ergebnisse. Wie hoch die Belastung durch ihr Smartphone ist, lässt sich übrigens leicht feststellen.

Das Smartphone ist zu unserem ständigen Begleiter im Alltag und in der Arbeit geworden. Oft verbringen wir den ganzen Tag mit ihm. Dabei nutzen wir es zwar nicht immer aktiv, aber oft befindet es sich in der Hosentasche oder auf dem Nachttisch. Dabei senden und empfangen die Smartphones fortlaufend Mobilfunkstrahlen.

Gefährdung für den Menschen nicht belegt

Während sich manche darüber überhaupt keine Gedanken machen, stellen sich andere die Frage, ob von der Strahlenbelastung ein Gesundheitsrisiko ausgeht. Eindeutige Belege dafür gibt es allerdings bislang nicht. Eine Untersuchung der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) kam z.B. 2009 unter 3.000 Probanden zu dem Ergebnis, dass die Mobilfunkstrahlen keinen Einfluss auf das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen haben.

Doch gilt das auch für die Langzeitfolgen? In diesem Zusammenhang sorgt eine amerikanische Studie im Rahmen des National Toxicology Program nun für Aufsehen, die die Effekte von Mobilfunkstrahlung auf die Gesundheit über einen langen Zeitraum untersucht hat.

Erhöhtes Krebsrisiko und längeres Leben

In der Testsituation, bei der über zwei Jahre mehrere tausend Ratten ständiger Mobilfunkstrahlung ausgesetzt wurden, wiesen die Wissenschaftler ein erhöhtes Krebsrisiko nach. Etwa zwei bis drei Prozent der Ratten entwickelten Krebsgeschwüre im Kopf und am Herzen. Besonders auffällig: Alle der erkrankten Tiere in der Untersuchung waren männlich.

Und die Studie liefert noch eine interessante Erkenntnis, die fast widersprüchlich erscheint: Die Ratten, die der Mobilfunkstrahlung ausgesetzt waren, lebten im Schnitt länger, als die Tiere einer nicht bestrahlten zweiten Kontrollgruppe.

Die Studienergebnisse lassen derzeit allerdings noch keinen Rückschluss darauf zu, ob die Strahlung beim Menschen ähnliche Folgen hervorruft.

SAR-Wert des Smartphones überprüfen

Dennoch kann es nicht schaden, bei der Auswahl seines Smartphones nicht nur auf Optik und technische Extras zu achten, sondern auch einen Blick auf den so genannten SAR-Wert zu werfen. Er gibt die so genannte spezifische Absorptionsrate von Funkwellen bei Mobiltelefonen an.

Einen Überblick zu den SAR-Werten aller gängigen Smartphones bietet das Bundesamt für Strahlenschutz auf seiner Website. Diese können zwischen den Modellen deutlich variieren, selbst bei den Oberklasse-Modellen von Apple oder Samsung. So kommt das Samsung Galaxy S6 auf einen Wert von 0,38 am Ohr und 0,50 Watt/Kilogramm am Körper. Beim iPhone 6 schwankt der Wert dagegen je nach Ausführung zwischen 0,38 und 0,97 Watt/Kilogramm.

Allerdings liegen alle diese Modelle noch deutlich unter den Grenzwerten. Die Internationalen Kommission vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP) nennt einen empfohlenen Höchstwert von zwei Watt pro Kilogramm. Und es gibt noch eine gute Nachricht: Die neuen Geräte haben in der Regel geringe Strahlungswerte als alte Modelle von vor ein paar Jahren. sg

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