Studie Mobilfunkstrahlen sind nicht gefährlich

Mobilfunkstrahlen sind einer neuen Studie zufolge unschädlicher als vielfach befürchtet. Einige Fragen bleiben jedoch offen.

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Mobilfunkstrahlen sind nicht gefährlich

In einem sechsjährigen Forschungsprojekt hätten Wissenschaftler keine Zusammenhänge zwischen hochfrequenten elektromagnetischen Feldern und Gesundheitsbeschwerden feststellen können, sagte Wolfgang Weiss vom Bundesamt für Strahlenschutz.

Die Bundesregierung hatte das "Deutsche Mobilfunk Forschungsprogramm" 2002 in Auftrag gegeben. Dadurch sollten mögliche gesundheitliche Risiken durch elektromagnetische Felder moderner Kommunikationstechniken untersucht werden. Wie das Umweltministerium finanzierten auch die Netzbetreiber die Studie mit 8,5 Millionen Euro. Für die Durchführung der Forschungsarbeiten war das Bundesamt für Strahlenschutz zuständig.

Strahlenbelastung unter den Grenzwerten

Die Wissenschaftler kommen in ihrer Studie nun zu der Einschätzung, dass die Schutzwirkung der bestehenden Strahlungsgrenzwerte nicht zu bezweifeln sei. Zudem hätten die Forschungsergebnisse gezeigt, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung trotz zunehmender Technisierung weit unterhalb der Grenzwerte liege. Bei körpernah betriebenen Geräten wie Handys liege die Belastung allerdings im Bereich der Grenzwerte.

Frage der Langzeitrisiken ungeklärt

Mit Blick auf Langzeitrisiken räumte Weiss ein, dass aussagekräftige Ergebnisse derzeit nicht möglich seien. "Wenn es Langzeitrisiken geben sollte, ist die Wissenschaft derzeit nicht in der Lage, sie zu erkennen", sagte Weiss. Grund sei die noch relativ kurze Verbreitungszeit von Handys und anderen mobilen Kommunikationstechniken. Daher sei bislang nicht untersucht worden, welche Wirkungen eine Nutzungszeit von mehr als zehn Jahren auf den menschlichen Organismus haben könne.

Die Bundesregierung sieht sich durch die Forschungsergebnisse insgesamt bestätigt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte, die Regierung werde die derzeit gültigen Strahlungsgrenzwerte daher nicht absenken. Zugleich kündigte er an, sein Ministerium wolle die Mobilforschung in den kommenden Jahren mit jeweils 500.000 Euro unterstützen. Dadurch solle die Wirkung elektromagnetischer Felder auf Menschen weiter untersucht werden.

Wegen der noch unerforschten Risiken empfahl das Bundesamt für Strahlenschutz Erwachsenen und vor allem Kindern einen weiterhin vorsichtigen Umgang mit drahtlosen Kommunikationstechniken. Norbert Leitgeb von der Strahlenschutzkommission forderte Eltern dazu auf, vor allem bei Kindern im Vorschulalter zwischen Risiken und Nutzen eines Handys abzuwägen. Nur wenn es absolut nötig sei, sollten Kinder auf ein Handy zurückgreifen. Der Mobilfunkexperte des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bernd Rainer Müller, sprach sich für ein komplettes Handyverbot für Kinder aus, solange es keine kindgerechten Schutzstandards für die Nutzung von Mobiltelefonen gebe.

ddp