Fachkräftesicherung Mittelständler mit weniger Personalsorgen

Kleine und mittlere Unternehmen haben etwas weniger Rekrutierungsprobleme als vor fünf Jahren. Wegen des demografischen Wandels könnte es in ein paar Jahren aber schon wieder schlechter aussehen, warnt KfW-Chef-Volkswirt Jörg Zeuner.

Viele Firmen im Handwerk haben aktuell spannende Jobs zu vergeben. - © Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia

Angesichts künftiger Einstellungen sind kleine und mittlere Unternehmen heute deutlich optimistischer als noch vor fünf Jahren. Während damals 75 Prozent der befragten Unternehmen Schwierigkeiten bei der Einstellung neuer Mitarbeiter erwarteten, sind es heute noch 57 Prozent. "Der Optimismus bei der Fachkräftesicherung überrascht", sagte KfW-Chef-Volkswirt Jörg Zeuner. Dies gelte umso mehr, da heute 60 Prozent der Mittelständler auf Mitarbeitersuche sind, während es vor fünf Jahren nur 35 Prozent waren und die Arbeitslosenquote derzeit deutlich niedriger ist. Als Grund für Entspannung nannte Zeuner die höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen und Älteren, die zunehmende Mobilität der Arbeitnehmer sowie die Zuwanderung vieler gut qualifizierter Fachkräfte aus dem EU-Ausland.

Noch immer fehlen ausgebildete Bewerber

All dies hätte den Chefs mittelständischer Unternehmen "offenbar einige Personalsorgen genommen", sagte Zeuner. Diese Entwicklung sei aber eher vorrübergehender Natur. Schon jetzt werfe der demografische Wandel seine Schatten voraus. Denn schon jetzt falle es knapp 60 Prozent der einstellenden mittelständischen Unternehmen schwer, geeignete Bewerber für das jeweilige Berufsbild zu finden.

Dies gelte insbesondere für den Bau und das Verarbeitende Gewerbe. Nicht ganz so schwierig sei es dagegen in der Dienstleistungsbrache. Als weitere Gründe, offene Stellen nur mit Abstrichen, verzögert oder überhaupt nicht besetzen zu können, nannten 44 Prozent der befragten Unternehmen zu hohe Lohnvorstellungen und 37 Prozent fehlende Zusatzqualifikationen der Bewerber.

Zeuner: qualifizierte Zuwanderer nachhaltig integrieren

Damit sich die Rekrutierungsschwierigkeiten angesichts des Ausscheidens der Babyboomer-Jahrgänge in rund zehn Jahren nicht massiv verstärken, fordert Zeuner flankierende unternehmerische und politische Maßnahmen. So sollte der Anteil von Frauen und Älteren im Erwerbsleben weiter erhöht und qualifizierte Zuwanderer nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert werden. Außerdem sollte die Produktivität durch bessere Aus-und Weiterbildung und kontinuierliche Innovation verbessert werden.

Weitere Informationen: www.kfw.de/fokus

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