Marketing aktuell Mit Transparenz beim Kunden punkten

Das Wirtschaftsmagazin Forbes hat „Transparenz“ als wichtigstes Marketing-Instrument 2015 eingestuft. Tipps, wie Betriebe mit Offenheit anstatt großer Werbeversprechen Kunden für sich gewinnen.

Steffen Guthardt

Auch beim Werkstattbesuch erwartet der Kunde Transparenz zu den Kosten einer Reparatur. – © Foto: industrieblick/Fotolia

Glaubwürdigkeit ist für Unternehmen eines der wichtigsten Erfolgskritierien. Kunden, die einen Betriebe für glaubwürdig halten, werden guten Gewissens die Produkte und Dienstleistungen kaufen und den Handwerksbetrieb Wettbewerbern vorziehen.

Doch wie wird ein Betrieb glaubwürdig? Der Schlüssel liegt in der Transparenz, mit der er auch seine Marketingmaßnahmen betreibt. Das Werbebudget einer Firma kann noch so groß sein, hat das Unternehmen mit mangelnder Glaubwürdigkeit zu kämpfen, wird sich der Erfolg der Kampagne nicht einstellen.

Betriebe sollten deshalb möglich offen gegenüber ihren Kunden agieren. Dies kann auf mehreren Kanälen erfolgen.

Die Menschen hinter dem Betrieb

Wo es „menschelt“, da werden Sympathien und Emotionen geweckt, die zu Kaufentscheidungen führen können. Gerade Kleinunternehmer können bei ihren Kunden punkten, wenn Sie sich selbst und ihr Team transparent machen. Kundennähe zahlt sich im regionalen Geschäft ganz besonders aus.

Ein erster Schritt zur mehr Kundennähe ist eine Teamseite auf der eigenen Homepage, wo die Mitarbeiter mit einem Porträtfoto vorgestellt werden. Der Betriebsinhaber kann sich zudem mit einer kurzen Vita präsentieren und den Kunden aufzeigen, welche Qualifikationen er in seinem Betrieb mitbringt. Machen Sie Ihre handwerkliche Kompetenz transparent!

Menscheln kann es auch, wenn sich der Betrieb in den sozialen Netzwerken präsentiert. Geben Sie einen Einblick in den Betriebsalltag, in dem Sie aktuelle News zu Produkten und Serviceangeboten, aber auch witzige persönliche Anekdoten bei Facebook & Co. verbreiten. Das darf auch gerne mal ein persönliches Erlebnis sein, dass die Kunden emotional anspricht. Emotionale Transparenz ist gefragt!

Gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betreiben ihr Marketing wegen mangelnder Strukturen und Ressourcen häufig nach dem Prinzip „learning-by-doing“. – © Michail Petrov – stock.adobe.com

Eine dritte Möglichkeit Transparenz zu schaffen, sind Kundenveranstaltungen, zum Beispiel ein Tag der offenen Tür. Laden Sie Ihre Kunden zu sich in die Werkstatt ein und zeigen ihnen das, was sonst nur ihr Team zu sehen bekommt. Neben dem Kennenerlernen der Mitarbeiter und Räumlichkeiten, bietet es sich an, direkt vor den Kunden etwas Handwerkliches zu fertigen. Eine kleine Live-Show weckt Emotionen und verleitet Ihre Kunden zu Kaufhandlungen.

Suchen Sie auch das direkte Gespräch mit den Kunden. Wenn Sie etwas über Ihr Handwerk und Ihre Arbeits- und Herstellungsweise erzählen, weckt das die Neugier bei den Kunden. Ein gutes Kundengespräch kann sich so zu einer Verkaufsanbahnung in ungezwungenem Rahmen entwickeln und endet nicht selten in einer aktiven Kaufentscheidung.

Transparenz macht seriös

Wer offen auf seine Kunden zugeht und transparente Angaben zu seinen Produkten und Dienstleistungen macht, erhöht seine Seriosität. Kunden wollen wissen, wie etwas hergestellt wird und woher Sie Ihre Proukte beziehen. Natürlich müssen Sie sich nicht vollends in die Karten schauen lassen und ein Konditor oder Bäcker sollte seine Rezeptgeheimnisse für sich behalten, die ihm vielleicht ein Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Rechnungen für den Kunden transparent und nachvollziehbar zu gestalten, schafft ebenso Glaubwürdigkeit. Erklären Sie dem Kunden genau, wie sich der Betrag für eine Dienstleistung zusammensetzt und weisen Sie die einzelnen Kostenpunkte auch auf der schriftlichen Rechnung aus.

Transparent sollte auch der Umgang mit Kundenanfragen und Beschwerden verlaufen. Kommunizieren Sie offen und gestehen Sie auch Fehler ein, wenn etwas mal nicht so gut gelaufen ist. Ein transparentes Beschwerdemangement ist gutes Marketing für Sie!