Arbeitsschutz und Multitasking Mit Stress im Job richtig umgehen

E-Mail, Handy, Telefon: Wir sind mittlerweile ständig und überall erreichbar. Vieles versuchen wir daher gleichzeitig zu erledigen. Dadurch entstehen Fehler und wir setzen uns noch mehr unter Druck. Die Folge ist, dass seit Jahren die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt und damit die Kosten für Arbeitsausfälle. Dabei helfen schon kleine Veränderungen.

Heidi Roider

Multitasking löst nur Stress aus. Schneller erldeigt sind die Dinge aber trotzdem nicht. - © rubysoho - Fotolia

Arbeitsunterbrechungen und Multitasking  gehören heute zum Alltag vieler Mitarbeiter. Der Aus­tausch mit Kollegen, Kunden oder Vorgesetzten führt  dazu, dass immer wieder einmal jemand anruft, mailt oder mit einem Anlie­gen vor der Tür steht.

Viele Mitarbeiter finden solche ständigen Störungen belastend und sie brauchen dadurch mit ihrer Arbeit auch länger. Viele Unternehmen hätten das Problem zwar mittlerweile erkannt,  so die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Jedoch hapert es bei der Umsetzung.

Das Thema werde noch zu oft tabuisiert, da allein das Wort „psychische Belastung“ immer noch einen sehr negativen Touch hätte. Zudem wüssten viele Unternehmen nicht, wo sie anfangen sollen.

Dabei reichen schon kleine Veränderungen in der Regel aus, damit der Druck auf die Mitarbeiter sinkt. Wichtig ist, dass mit den Mitarbeitern klare Regeln vereinbart werden. Wer zum Beispiel an einer Brille oder dem neuen Schrank des Kunden arbeitet, sollte nicht auch noch ans Telefon hetzen müssen.

Am Anfang sollte jedoch immer eine Analyse der derzeitigen Situation stehen, rät die BAuA. Das können Arbeitgeber etwa mit Checklisten, Workshops oder Mitarbeiterbefragungen machen. Danach sollten aber auch immer Taten folgen, etwa beim Führungsstil oder der Arbeitsorganisation. Viele Stressauslöser lassen sich aber auch schon mit kleinen Veränderungen minimieren.  

Stressfaktoren zeitweise beseitigen

Unterbrechungen: Oftmals lassen sich Unterbrechungen nicht vermeiden. Das Problem ist dabei in der Regel nicht die Konzentration auf die neue Auf­gabe, sondern die Rückkehr zur alten. Bei Unterbrechungen ist es deshalb ratsam den altbewährten Notizzettel als Erinnerungsstütze zu nutzen und unterbrechen Sie – wenn möglich – die Arbeit dort, wo der Wiedereinstieg leichter fällt.

Wenn es möglich ist, vereinbaren Sie mit den Kollegen untereinander Zeiten, wo Sie nicht gestört werden. Dann ist jeder produktiver.

E-Mails: Viele es wissen es nicht, aber E-Mail Programme lassen sich in der Regel so einstellen, dass entweder nicht jedes Mal ein Fenster im unteren Bereich des Bildschirmes aufgeht oder die E-Mails nur in bestimmten Zeitintervallen vom Server geholt werden. Dadurch werden E-Mail-freie Zeiten geschaffen.

Multitasking: Wer zwei oder mehrere Dinge auf einmal erledigt ist nicht wirklich schneller. Im Gegenteil: Experten fanden heraus, dass Multitasking sogar Zeit kostet und Stress auslöst. Erledigen Sie daher die Dinge nach der Reihe. Die E-Mail schreibt sich schneller und fehlerfreier nach dem Telefonat und dem Kunden gegenüber ist es höflicher, sich auf ihn zu konzentrieren und nicht alle paar Minuten zu einem Telefonat aufzuspringen.

In einigen Berufen, vor allem wenn an Maschinen oder mit Gefahrenstoffen gearbeitet wird, kann Multitasking sogar gefährlich sein. Hier sollte es daher immer vermieden werden, bestimmte Dinge gleichzeitig zu erledigen.

Letztlich kann die Umsetzung von Maßnahmen jedoch nur gelingen, wenn sie nach Meinung der BAuA-Experten in einen entspre­chenden organisationalen Rahmen eingebunden sind. Dazu gehört es unter anderem, dass für alle Akteu­re im Unternehmen Gesundheit als eine wichtige Aufgabe und als ein wesentlicher Wert erlebt wird. Führungskräfte sollten daher sensibel auf das Thema reagieren und es auch vorleben. Außerdem ist es sinnvoll die Mitarbeiter in punkto Gesundheitskompetenz zu schulen.

Auf der Website der BAuA finden Sie dazu viele nützliche Tipps und Checklisten.