Mit dem Rad ums ungarische Meer

Auf einer Rundfahrt um den Balaton bekommen Fahrradfahrer vieles geboten: Sandstrände, Thermalwasser und köstlichen Wein

Mit dem Rad ums ungarische Meer

Mit dem Fahrrad einmal rund um den Balaton, das heißt rund 210 km entlang des ungarisches Meeres, durch Naturschutzgebiete und Weinberge, vorbei an Kulturdenkmälern und historischen Stätten. Die Tour startet in Keszthely, auch die Hauptstadt des Balaton genannt - eine Stadt, die erstmals im Jahr 1247 erwähnt wurde. Das Stadtbild prägt das Barockschloss der Familie Festetics, eines alten österreich-ungarischen Adelsgeschlechts. Es beherbergt eine sehenswerte und umfangreiche Bibliothek mit Büchern über Theologie, Musik, Geschichte, Pädagogik, Philosophie, viele davon in deutscher Sprache.

Von der Stadt aus kann das Keszthelyer Gebirge mit dem Rad oder zu Fuß erkundet werden. Das Naturschutzgebiet gehört zum Nationalpark Balaton-Oberland. Von zahlreichen Aussichtsstürmen kann man Natur und Tiere beobachten.

Der Balaton ist auch eine Wellness-Region, die sich auf Heil- und Thermalwasser stützt. Verlässt man den Radrundweg von Keszthely 6 km ins Landesinnere, gelangt man nach Hévíz. Bekannt ist das Heilbad für seinen Thermalsee und Heilschlamm. Der See liegt in einem Torfbecken. Er speist sich aus elf Quellen, so dass sich das Wasser etwa alle drei Tage komplett erneuert. Der hohe Mineralstoffgehalt des Wassers soll eine heilende Wirkung auf Gelenke und den Bewegungsapparat haben. Graf Georg Festetics I. ließ hier im Jahr 1795 das erste Badehaus errichten.

Auf Badespaß im Allgemeinen muss am Balaton oder Plattensee niemand verzichten. Beim Segeln, Baden, Surfen und Wasserski kommen Wassersportfans voll auf ihre Kosten. In vielen Strandbädern wird ein Aktiv-Sportprogramm angeboten, wie im Strandbad Gyenesdiás, unweit von Keszthely.

Wer weiterradelt, kommt an den
St. Michaelsberg bei Vonyarcvashegy. Der Legende nach waren im Winter 1729 Fischer auf dem zugefrorenen See eisfischen, als ein Sturm aufkam. Die Fischer konnten sich auf eine Eisplatte retten, die auf den See hinausgetrieben wurde. Erst als der Wind drehte, trug die Eisplatte die Fischer zurück ans Ufer. Zum Dank für ihre Rettung errichteten sie die Kapelle St. Michael. Der mühevolle Aufstieg wird mit einem Panoramablick über den See belohnt.

Weiter geht die Fahrt entlang des Sees nach Tihany. Im 11. Jahrhundert ließ König Andreas I. auf der Halbinsel ein Kloster errichten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es zerstört und im
18. Jahrhundert im Barockstil wieder aufgebaut. Die von König Andreas 1055 gestiftete Gruft und sein Grab sind noch erhalten.

Nach der Halbinsel Tihany führt der Weg durch Balatonfüred, wo die Badekultur am Balaton im 17. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Den Tag beschließen kann man dann auf der Terrasse des Weinguts St. Donatus in Csopak inmitten von Weinbergen. Seit der Römerzeit gehört Wein zur Lebenskultur der Region. Weingüter und -berge entlang des Balaton zeugen noch heute davon. Von der Nordseite geht es über die Südseite des Balaton zurück. Vorbei am Surfbeach bei Siófok, ein bei Kite- und Windsurfern beliebtes Gebiet, endet die Tour um den größten Binnensee Europas.

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Informationen zum Balaton

Fahrrad-Rundweg: Länge rund 210 km

Wasserfläche des Balaton: 590 km²

Max. Wassertiefe: rund 12 m

Währung in Ungarn: Forint

Internet: www.ungarn-tourismus.de