Empfänger staatlicher Lohnersatzleistung sollen eine Gegenleistung bringen. Das Zauberwort heißt "Bürgerarbeit". Das Modell des Bundeswirtschaftsministeriums soll langfristig zu Vollbeschäftigung führen.
Mit Bürgerarbeit zur Vollbeschäftigung
"Vollbeschäftigung in Deutschland ist nur möglich, wenn es gelingt, für die über zwei Millionen arbeitslosen Empfänger von Arbeitslosengeld II neue Arbeitsmarktchancen zu eröffnen", erklärte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Walther Otremba. Um das Ziel Vollbeschäftigung zu erreichen, stellte er zusammen mit dem Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit, Klaus Zimmermann, die Ergebnisse eines Gutachtens zum Konzept der Bürgerabreit vor.
Existenz selbst sichern
Gemäß dem Ansatz des Wirtschaftsministeriums sollen Empfänger staatlicher Lohnersatzleistung eine Gegenleistung in Form von Bürgerarbeit leisten. Dadurch soll der Anreiz gestärkt werden, die eigene Existenz durch eine Vollzeit-Tätigkeit selbst zu sichern.
Dazu errechnete das Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) bereits im vergangenen Jahr, dass durch die Umsetzung des Modells ein kräftiger Beschäftigungseffekt von bis zu 1,4 Millionen Arbeitsplätzen ausgelöst werden kann. Hierdruch würden die öffentlichen Haushalte jährlich um rund 25 Milliarden Euro entlastet.
Das neue Gutachten untersuchte, mit welchen Tätigkeitsfeldern und Organisationsstrukturen eine möglichst hohe Wirksamkeit und Kosteneffizienz erreicht werden kann. Das IZA fand heraus, dass das Bürgerarbeits-Modell funktioniert, wenn es in eine verbindliche und mehrfach abgestufte Vermittlungs- und Aktivierungsstrategie einbezogen und der Arbeitsmarkt flexibel ist.
Für die Umsetzung bedarf es laut Bericht keiner besonderen organisatorischen Voraussetzungen. Bürgerarbeit könnte beispielsweise nach Zielgruppen oder Regionen gestaffelt eingeführt werden. Begonnen werden könnte beispielsweise mit Jugendlichen unter 25 oder in Regionen mit einem besonders aufnahmefährigen Arbeitsmarkt.
pc