Kartellamt will gegen überhöhte Benzinpreise vorgehen Mineralölkonzerne geraten ins Visier

Das Bundeskartellamt sagt überhöhten Spritpreisen den Kampf an. Im Zentrum stehen dabei fünf Mineralölkonzerne, die den Markt weitgehend beherrschen, wie aus einer Untersuchung der Wettbewerbshüter hervorgeht. Wie schon vor der offiziellen Vorstellung der Studie am Donnerstag bekanntwurde, wollen die Kartellwächter unter anderem unzulässige Preisbindungen beseitigen.

Foto: dapd

Mineralölkonzerne geraten ins Visier

Berlin/Bonn (dapd). Das Bundeskartellamt sagt überhöhten Spritpreisen den Kampf an. Im Zentrum stehen dabei fünf Mineralölkonzerne, die den Markt weitgehend beherrschen, wie aus einer Untersuchung der Wettbewerbshüter hervorgeht. Wie schon vor der offiziellen Vorstellung der Studie am Donnerstag bekanntwurde, wollen die Kartellwächter unter anderem unzulässige Preisbindungen beseitigen und die großen Konzerne am Zukauf weiterer Tankstellen hindern.

Die Behörde kommt in der Studie zu dem Schluss, dass die fünf großen Konzerne den Preis für rund zwei Drittel des abgesetzten Sprits bestimmen. Es handele sich um ein sogenanntes Oligopol. Die häufigen Preisänderungen an den Tankstellen seien "keineswegs Ausdruck von wesentlichem Wettbewerb". Die Vertriebspreise an der Mehrheit der Tankstellen seien höher als nötig. Zu dem Oligopol rechnet das Kartellamt die Unternehmen BP (Aral), ConocoPhilipps (Jet), ExxonMobil (Esso), Shell und Total.

Direkte Absprachen zwischen den Mineralölkonzernen gebe es zwar nicht, heißt es in der Studie. Stattdessen beobachteten die verschiedenen Anbieter die Konkurrenz ganz genau und passten ihre Preise entsprechend an. "Hierdurch haben sich im Laufe der Zeit Preissetzungsmuster herausgebildet, die von allen Marktteilnehmern eingehalten werden."

dapd