Die Mindestlohntarifverhandlungen für die rund 130.000 Beschäftigten im ostdeutschen Bauhauptgewerbe sind nach Auskunft des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ohne Ergebnis beendet worden.
Mindestlohntarifverhandlung Ost ohne Ergebnis beendet
Grund dafür waren die unüberwindlichen Gegensätze zwischen Gewerkschafts- und Arbeitgeberpositionen. Die Bau-Arbeitgeber hatten zuvor gefordert, den Mindestlohn II aus der Allgemeinverbindlichkeit zu nehmen, die Lohngruppe 2 aber ohne AVE aufrechtzuerhalten und sowie zugleich die Forderung der IG BAU nach einer Erhöhung der Mindestlöhne zurückgewiesen.
"Wir wollen zwar auch, dass unsere Beschäftigten mehr Netto in der Tasche haben. Von einer Mindestlohnerhöhung profitiert aber zunächst einmal der Staat und die sozialen Sicherungssysteme. Daher haben wir der IG BAU angeboten, eine tarifliche Zusatzrente einzuführen", erklärte Uwe Nostitz, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Mitglied im ZDB-Vorstand.
"Mit einer zusätzlichen Rente haben die Betroffenen zwar nicht heute sofort, sondern erst bei Renteneintritt ein deutlich höheres Netto. Dieses halten wir angesichts der Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung für zwingend geboten", so Nostitz weiter, der auch Vizepräsident des Sächsischen Baugewerbeverbandes ist. "Wir sind enttäuscht darüber, dass die Gewerkschaft auf diesen Vorschlag überhaupt nicht eingegangen ist. Der IG BAU ging es offenbar einzig um die Erhöhung der Mindestlöhne im Osten. Dabei verkennt sie allerdings, dass sich damit die Schere zwischen den einzelnen am Bau tatsächlich gezahlten Löhnen weiter erhöht und ihre eigene Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ad absurdum geführt wird", erklärte Nostitz.